Coronavirus

Lockerungen für Basler Pflegeheime – Besuche und Spaziergänge sind wieder erlaubt

Ab dem 6. Juni gelten in Pflegeheimen weniger harte Vorschriften: Zimmer-Besuche und Spaziergänge sollen wieder möglich sein.

Ab dem 6. Juni gelten in Pflegeheimen weniger harte Vorschriften: Zimmer-Besuche und Spaziergänge sollen wieder möglich sein.

Die Infektionszahlen bleiben tief – weg ist das Coronavirus aber nicht. In Basel bleibt man gerüstet für einen möglichen Wiederanstieg der Fälle. Immerhin: Ab heute gelten weniger harte Vorschriften in Pflegeheimen und am Basler Schulhaus gibt es keine neuen Fälle.

«Der Flächenbrand ist gelöscht. Hitze und Rauch haben sich verzogen», sagte gestern der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger mit Blick auf die seit Tagen tiefen Infektionszahlen. «Aber das Feuer mottet weiter und kann jederzeit wieder aufflackern.» Man dürfe auf eine positive Entwicklung hoffen, müsse sich aber auch auf Rückschläge im Kampf gegen die Coronapandemie einstellen, bis hin zur Möglichkeit einer zweiten Welle. Symbolisch sei man deshalb auf «eine Art Feuerwehr angewiesen, die eingreifen kann, wenns wieder brennt.»

Konkret heisst das: Die Gesundheitsinstitutionen konnten in den vergangenen Wochen zwar die Kapazitäten verringern – Stand Freitag, 5. Juni, befanden sich noch drei Personen in Spitalpflege –, müssen aber gerüstet bleiben. Dazu gehört auch, dass der Kanton ein grosses Lager an Masken eingerichtet hat. Seit Februar wurden rund eine Million Masken verteilt, grossenteils an Pflegeheime, Spitex, Spitäler, Kliniken und Arztpraxen. Aktuell sei die Versorgung für rund vier Monate abgedeckt, so der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen. Auch der Krisenstab bleibt aktiviert, doch mittlerweile finden die Sitzungen des Kernstabs noch einmal pro Woche statt. Während der akuten Phase traf sich der Krisenstab täglich.

Seit die Fälle auf ein übersichtliches Niveau gesunken sind, wird jeweils versucht, mögliche weitere infizierte Personen abzuschotten, um eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern. Aktuell sind zwischen drei und vier sogenannte Contact Tracer im Einsatz. Das Team sei rasch ausbaubar auf bis zu 12 Vollzeitstellen. Dazu kommt eine eigene App. So könnten mehrere hundert Personen gleichzeitig betreut werden, sagte Steffen. Die Ansteckungsquellen der bestätigten Fälle seien jedoch meist nur schwer zu ermitteln. «Man merkt, dass die Leute mehr unterwegs sind.»

Seit über einem Monat keine Coronatoten mehr

Parallel zu den Öffnungsplänen des Bundes werden ab heute auch im Kanton Basel-Stadt die Sicherheitsvorschriften in vielen Punkten gelockert. So wurden die Empfehlungen für Pflegeheime angepasst. Neu sollen auch Besuche auf dem Zimmer und Spaziergänge möglich sein – gleichzeitig mahnte Gesundheitsdirektor Engelberger zu Zurückhaltung. Mit gutem Grund: Ein grosser Anteil der Personen, die bisher im Kanton an den Folgen von Covid-19 verstorben waren, lebte in Pflegeheimen. Die positive Nachricht: Mittlerweile wurden in Basel-Stadt seit über einem Monat keine neuen Todesfälle mit Corona registriert.

Gestern Freitag nahm die Zahl der bestätigten Fälle im Kanton um drei weitere auf total 982 zu. Damit kommt Basel-Stadt auf rund 50 Fälle pro 10000 Einwohner und damit auf die höchste Fallzahl in der Deutschschweiz. Steffen begründet dies mit der hohen Bevölkerungsdichte im Kanton.

Positive Nachrichten gibt es im Zusammenhang mit dem erkrankten Geschwisterpaar im Primarschulhaus Isaak Iselin. Bei den 85 Personen, die wegen des Vorfalls in Quarantäne mussten, habe es bis Ablauf der Frist keine neuen Fälle gegeben.

Seit dem Ende des Lockdowns wurden im Kanton bisher 1009 Betriebe auf die Einhaltung der Schutzmassnahmen kontrolliert. Nur in drei Fällen – eine Bar und zwei Coiffeursalons – mussten die Behörden eine zwischenzeitliche Schliessung verfügen.

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