Es wird 175 Meter hoch und kostet eine halbe Milliarde: Seit März lässt der Pharmakonzern Roche in Basel das höchste Gebäude der Schweiz bauen. Nun haben Arbeitsmarktinspektoren bei mehr als einem Dutzend Kontrollen entdeckt, dass die beim Fundamentbau eingesetzten Arbeiter zu tiefe Löhne erhalten. Gleichzeitig müssen diese länger arbeiten als erlaubt.

«Wir haben den sehr dringenden Verdacht, dass es auf dieser Baustelle zu flächendeckenden Verstössen gegen Mindestlöhne und Arbeitszeitvorschriften gekommen ist», sagt ein Insider.

Ein zweiter sagt, die Arbeiter seien um 50'000 Franken betrogen worden.

Die Vorwürfe richten sich gegen den zweitgrössten deutschen Baukonzern, Bilfinger Berger, sowie mehrere Subunternehmen. Die paritätische Berufskommission, die das Nordwestschweizer Baugewerbe überwacht, hat ein juristisches Verfahren eröffnet.

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, droht Bilfinger Berger ein Dienstleistungsverbot in der ganzen Schweiz. Roche selber verspricht, dem Verdacht auf Lohndumping nachzugehen. «Wenn eine Verletzung nachgewiesen würde, wäre das ein Vertragsbruch», sagt Roche-Standortleiter Matthias Baltisberger. «Dann wäre es möglich, dass wir die Zusammenarbeit mit dem Vertragspartner beenden.»