Regierungswahl

Lukas Engelberger: «Ich will nicht alles über den Haufen werfen»

Lukas Engelberger (rechts) beerbt CVP-Kollege Carlo Conti.

Lukas Engelberger (rechts) beerbt CVP-Kollege Carlo Conti.

Basels neuer Regierungsrat Lukas Engelbergar hat mit dem Argument der Stabilität gewonnen. Nun will er diese auch liefern, es soll vieles beim Alten bleiben.

Lukas Engelberger, sind Sie zufrieden mit diesem Resultat?

Lukas Engelberger: Ich bin sehr zufrieden, das Resultat hätte ich in dieser Deutlichkeit nicht erwartet. Ich war optimistisch, dass ich gewählt werden kann, aber so ist es um so schöner und doch auch etwas überraschend. Umso mehr danke ich den Wählerinnen und Wählern, die mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben und mich auch im zweiten Wahlgang gewählt haben.

Am 1. August fangen sie an, was muss bis dahin noch passieren?

Da muss bei mir noch einiges gehen. Ich muss bei meinem Arbeitgeber meine Funktion geordnet abgeben und da gibt es noch einige Dinge zu ordnen. Ich freue mich aber sehr auf meine neue Aufgabe, diesen Wechsel vom Parlamentarier zum Exekutivpolitiker, vor allem auch führungsmässig. Ich werde mir Zeit nehmen, mich da hinein zu denken und mental vorzubereiten.

Guy Morin hat ihnen gerade angekündigt, er erwarte sie am Dienstag zu ersten Regierungsratssitzung, wie muss man sich den Einstieg in die Regierung konkret vorstellen?

Die erste Sitzung ist am Dienstag. Wie der Einstieg ist, das sage ich Ihnen gerne, wenn ich es weiss. Es ist etwas neues, das ist auch das tolle, es ist ein Abenteuer. Ich bin eigentlich kein abenteuerlicher Typ, aber das hat schon seinen Reiz.

Was wird sich unter Ihnen im Gesundheitsdepartement ändern?

Also zunächst einmal weiss ich ja gar nicht, welches Departement auf mich zukommt. Und ich könnte auch nichts bezeichnen, was ich im GD oder einem anderen Departement ändern würde. Zunächst heisst es, die Lage zu sondieren, die Leute kennenzulernen, die Themen und die Abläufe. Ich bin nicht der Typ der reinkommt und alles anders macht. Insbesondere nicht im Falle des GD, denn ich habe damit Wahlkampf gemacht, dass ich die hervorragende Arbeit von Carlo Conti in der Regierung und im Departement fortsetzen will. Ich will nicht alles über den Haufen werfen, dafür gibt es auch keine Veranlassung.

Das GD ist nach der Auslagerung der Spitäler nur noch ein kleines Departement. Streben Sie hier die grosse Regierungsreform an?

Ich denke man wird dem GD nicht gerecht, wenn man sagt, es sei nicht mehr viel davon übrig. Es sind vielleicht nicht mehr so viele Vollzeitstellen, aber die Aufgaben sind sehr gross und sehr komplex. Es geht um die Gesundheitsversorgung der Region Basel, es geht um sehr viel Geld. Die Funktionsweise ist nun sicher eine andere als früher, aber die Themen bleiben.

Wie hoch ist ihre Frustrationstoleranz, wenn sie, wie ihr Vorgänger, gegen höhere Krankenkassenprämien ankämpfen und sie doch jedes Jahr steigen?

Das ist ein Thema, das die Bevölkerung sehr stark beschäftigt. Es ist auch ein Thema, bei dem ganz klar Handlungsbedarf besteht. Die Toleranzgrenze eines Regierungsrats gegenüber steigenden Krankenkassenprämien darf darum nicht zu hoch sein, sonst sinkt seine Motivation, etwas dagegen zu unternehmen.

Der Umgang einiger Medien mit den Regierungsmitgliedern hat sich verändert, ist persönlicher und aggressiver geworden. Ist der Schritt in die Öffentlichkeit nun schwieriger?

Er ist ohnehin schwierig. Es ist ein grosser Schritt. Ich habe das mit meiner Familie besprochen und bereits heute gemerkt, dass ich viel stärker im Zentrum des Interesses stehe, als ich das als Grossrat je getan habe. Aber ich denke, es gibt immer noch Möglichkeiten für eine anständige und vernünftige Zusammenarbeit mit den Medien.

Meistgesehen

Artboard 1