Alte Musik

Lustvolle Musik zu Ehren der Herzogin von Mantova

Im Rahmen der zweiten «Festtage Alter Musik Basel» wurde extra ein Auftritt zu Ehren der Herzogin von Mantova, Isabella d'Este, konzipiert. (Symbolbild)

Im Rahmen der zweiten «Festtage Alter Musik Basel» wurde extra ein Auftritt zu Ehren der Herzogin von Mantova, Isabella d'Este, konzipiert. (Symbolbild)

Der Flötist und Dirigent Michael Form und sein Ensemble «Les Flamboyants» konzipierten im Rahmen der zweiten «Festtage Alter Musik Basel» einen Auftritt zu Ehren der Herzogin von Mantova, Isabella d'Este.

Sie muss eine aussergewöhnliche Frau gewesen sein: Isabella d’Este, Herzogin von Mantova. Während der langen Abwesenheiten ihres Mannes und erst recht nach seinem Tod 1519 übernahm sie die Regentschaft und machte aus ihrer Residenz ein kulturelles Zentrum. Hier schrieb Ariost seinen «Orlando furioso», hier wirkten Andrea Mantegna, Giovanni Bellini, Leonardo da Vinci. Und selbstverständlich holte sie auch erstrangige Musiker an ihren Hof.

Als Hommage an Isabella d’Este konzipierten der Flötist und Dirigent Michael Form und sein Ensemble «Les Flamboyants» ihren Auftritt im Rahmen der zweiten «Festtage Alter Musik Basel» in der Martinskirche.

Im Zentrum stand dabei die Frottola, eine musikalische Form, die vor allem am Hof Isabellas gepflegt wurde und nach ganz Europa ausstrahlte. Die Frottola war ursprünglich ein einfaches Lied mit Instrumentalbegleitung, wurde aber bald zur mehrstimmigen Komposition erweitert.

Das war im klug konzipierten Konzert hörend nachzuvollziehen: Etwa wenn eine Frottola von Isabellas Musiklehrer Bartolomeo Tromboncino zunächst als Lautenlied und gleich anschliessend in unterschiedlichen mehrstimmigen Fassungen zu hören war.

So spielte die Frottola eine ganz eigene Rolle im Nebeneinander von traditioneller Polyfonie und aufkommender Monodie im 16. Jahrhundert, dem Thema der diesjährigen «Festtage».

Italienische Madrigale waren denn auch am nächsten Abend beim Konzert des Basler Ensembles «Profeti della quinta» zu hören. Die sechs jungen Sänger, deren individuelle Timbres sich im immer wieder anders tarierten Gesamtklang schön mischten, sangen perfekt und textverständlich und loteten den Gehalt der Stücke nuanciert aus.

Sie färbten einerseits in Cipriano de Rores «Mia benigna fortuna» die feine musikalische Differenzierung zwischen den «chiari giorni» und den «tranquille notti» subtil ein, luden andererseits die harmonischen Kühnheiten Carlo Gesualdos mit Sprengkraft auf. Zwischen den Madrigalen interpretierte der Lautenist Ori Harmelin Stücke diverser Komponisten – subtil und sehr berührend.

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