Über das Basler Liebesleben etwas herauszufinden, ist gar nicht so einfach. Eine Studie zu finden, die untersucht, wie glücklich Baslerinnen und Basler mit ihrem Liebesleben sind, ist beinahe unmöglich. Experten in Sachen Liebe zu finden, ist schon einfacher - wobei man ja weiss, dass man denen nicht alles glauben sollte.

Am Rhein flirtet es sich gut

Anhaltspunkte liefert das Statistische Amt des Kantons. Dieses führt akribisch Buch über die Eheschliessungen und Scheidungen in Basel. Die letzten Zahlen stammen aus dem Jahr 2011. Insgesamt gab es da 844 Eheschliessungen, wobei der beliebteste Hochzeitsmonat der August (106 Hochzeiten) und der unbeliebteste der Januar (43 Hochzeiten) war. Gleichzeitig wurden 22 homosexuelle Partnerschaften eingetragen und 413 Ehen wieder geschieden.

Doch Zahlen töten ja bekanntlich die Romantik und Singles sowie Paare, die nicht verheiratet sind, fehlen in der Statistik.

Die Suche muss woanders weitergehen. Zum Beispiel bei den unzähligen Dating-Webseiten im Internet. Bei E-Darling kann man beispielsweise lesen, dass es sich am Rhein besonders gut flirten lasse und dass das Baselbiet bekannt für seine malerischen Jura-Landschaft sei - perfekt für romantische Wanderungen.

Die Konkurrenz von Parship wollte es genauer wissen und hat eine schweizweite Partnerschaftsbefragung durchgeführt. 37 Prozent der Basler Singles glauben demnach, dass sie keinen Partner haben, weil sie zu anspruchsvoll seien (nur die Innerschweizer sind noch anspruchsvoller).

Gleichzeitig sagen aber auch 32 Prozent der Basler Singles, dass ihr Alleinsein an ihrer Schüchternheit liege (Schweizer Mittel: 27 Prozent). Von denjenigen Baslerinnen und Basler, die in einer Beziehung leben, glauben immerhin 51 Prozent, dass Liebe ausschlaggebend für eine Partnerschaft sei , dicht gefolgt von «Miteinander reden/regelmässige Gespräche» (50 Prozent).

«Probleme sind überall gleich»

Die Basler Sexualberaterin Anne Davidis ist der Meinung, dass sich das Liebesleben in Basel nicht gross von anderen Orten unterscheidet. Sie hat schon in Stuttgart und in der Innerschweiz gearbeitet und meint: «Die Probleme sind überall gleich.»

Auch Klaus Heer, der wohl bekannteste Paartherapeut der Schweiz, sieht keine grossen regionalen Unterschiede: «Das Paarungsverhalten gleicht sich immer mehr an. Insbesondere auch durch das Internet. Heute hat man sowohl in der Stadt wie auf dem Land Smartphones.» Aber ist sich kennenlernen via Internet nicht unromantisch? «Kommunikative Fähigkeiten treten in den Vordergrund, Aussehen und Status in den Hintergrund. Das ist doch gut», findet Heer.

Das sind doch mal gute Nachrichten für Basler Liebende - und alle anderen auch.