Tennis

Managing Director der Swiss Indoors wünscht sich Rafael Nadal als Sieger

Patrick Ammann sorgt das ganze Jahr über dafür, dass die Swiss Indoors durchgeführt werden können.

Patrick Ammann sorgt das ganze Jahr über dafür, dass die Swiss Indoors durchgeführt werden können.

Er ist die rechte Hand von Turnier-Direktor Roger Brennwald: Patrick Ammann, Managing Director der Swiss Indoors, hofft im laufenden Turnier, dass Rafael Nadal als Sieger hervorgeht – aus gutem Grund.

Mit Patrick Ammann einen Termin auszumachen, ist gar nicht so einfach. Das liegt aber keineswegs daran, dass er kompliziert, sondern daran, dass er viel beschäftigt ist. Besonders in dieser Woche. Ammann ist Managing Director der Swiss Indoors, eine Aufgabe, die sehr viel beinhaltet und sehr vielseitig ist, wie er selber sagt. «Es gibt zwei verschiedene Managing Directors. Jenen, der das ganze Jahr über dafür arbeitet, dass dieses Turnier stattfinden kann, und jenen, der während der Turnier-Woche zum Rechten schaut.»

Das Jahr über führt Ammann das operative Geschäft. Er akquiriert Kunden, ist verantwortlich für das Marketing und den Hospitality-Bereich und Chef der 30 Ressortleiter, denen wiederum 600 temporäre Mitarbeiter unterstellt sind. Er hat bei allem das letzte Wort – oder zumindest fast: Denn ganz am Ende entscheidet Roger Brennwald als Gründer und Präsident des Turniers. Da die Beziehung zu Brennwald auf sehr grossem Vertrauen basiert, geniesst Ammann aber viel Spielraum. So verhandelt er beispielsweise die Verträge mit allen Partnern des Turniers, stellt das komplette Menü für die Spieler und die Mitarbeiter zusammen und ist für die Unterbringung der Spieler zuständig.

Tennis-Zirkus statt Hotellerie

Wie jedes Jahr wohnen alle Spieler ausser Roger Federer auch dieses Mal wieder im Swissôtel Le Plaza. An einem Ort, den Ammann bestens kennt – nicht erst, seit er vor 22 Jahren angefangen hat, für die Swiss Indoors zu arbeiten. Denn Ammann, gelernter Hotel-Fachmann, arbeitete einst in jenem Hotel. «Ich bin damals im Swissôtel nur eingesprungen, weil jemand anderes verhindert war und ich den Chef kannte und ihm helfen wollte.» Es war als Kurzeinsatz geplant, denn beruflich habe er sich nie in Basel gesehen, sagt er, der schon für Fünfsternhotels in England, Amerika und der Welschschweiz gearbeitet hat. «Aber ich habe mich überreden lassen.» Ein Glücksfall, wie sich herausstellen sollte.

Während seinem Engagement im Swissôtel bekam er einen Anruf von Brennwald. «Ich dachte, er wolle die Verträge für die Unterbringung der Spieler neu aushandeln.» Doch dies war nicht der Plan des Swiss-Indoors-Gründers. «Er bat mich bei einem Kaffee, für ihn zu arbeiten.» Nach kurzem Überlegen entschied er sich für die Swiss Indoors. Heute gilt er als Brennwalds rechte Hand. Während der Turnier-Woche sieht er sich aber vielmehr als Feuerwehrmann, der überall lösche, wo es brennt. Alle Rückfragen landen bei ihm, er ist der, der alles zusammenhält. Nebenbei muss er sich aber noch seiner eigentlichen Hauptaufgabe widmen: der Akquisition neuer Sponsoren und Werbepartner für die kommenden Jahre. «Pro Turnier-Tag habe ich zirka drei bis sechs Firmen hier, mit denen ich versuche, mich über ein Engagement zu einigen.»

Von Pete Sampras fasziniert

Viel Zeit bleibt dabei nicht mehr, um der eigentlichen Attraktion nachzugehen: dem Tennis. «Ich versuche, ein bis zwei Mal reinzuschauen. Aber es bleibt sehr wenig Zeit. Aber ich bin ja auch nicht angestellt, um Tennis zu schauen.» Wenn es die Zeit zulässt, dann schaut er sich vor allem gewisse Spieler an. Einer dieser Spieler war Pete Sampras. «Er hat mich enorm fasziniert. Pete war damals der Superstar schlechthin. Dass die Swiss Indoors ihn verpflichten konnten, das war fast unvorstellbar.» Als er dann tatsächlich da gewesen sei, habe es ihn am ganzen Körper elektrisiert. «Ich habe gedacht ‹wow, das ist also dieser Pete Sampras›». Es sind aber nicht nur die ganz Grossen, die ihn faszinieren. «Ich geniesse es auch abends, wenn es etwas ruhiger ist, ein Doppel-Spiel anzuschauen. Oft ist man da einer der wenigen Zuschauer.» Der Spass, den die Spieler dort haben, gefalle ihm.

Das diesjährige Highlight verbindet er dann doch mit einem ganz Grossen: Rafael Nadal. «Er ist wie Roger Federer ein grossartiger Spieler, der auf dem Boden geblieben ist. Dass ich ihn persönlich habe abholen dürfen am Flughafen, das war ganz speziell.» Er hatte einen Moment mit ihm alleine, den man sonst so kaum habe. «Das sind die Belohnungen dafür, dass man das ganze Jahr über hart arbeitet.» Von Nadal könnte Ammann wohl stundenlang schwärmen, von diesem genügsamen, höflichen Star. So erstaunt es auch nicht, dass sein absolutes Traumfinal eines zwischen Roger Federer und Rafael Nadal ist. Und wer würde das Duell dann gewinnen? «Für das Turnier wäre es wertvoll, wenn Nadal gewinnen würde», sagt Ammann. Keineswegs, weil er es Federer, von dem er ebenfalls in höchsten Tönen schwärmt, nicht gönnen würde, sondern weil sich dann ein weiterer grosser Name auf den Basler Pokal eingravieren lassen dürfte.

Und: «Wenn er dieses Jahr gewinnt, sind die Chancen intakt, dass er den Swiss Indoors nächstes Jahr die Ehre erweist, um seinen Titel zu verteidigen.» Nadals Rückkehr ist nämlich nicht gesichert, da sein Vertrag dieses Jahr ausläuft. Aber seine Rückkehr würde allen dienen: dem Fan Ammann, aber auch dem Managing Director Ammann, um das Turnier besser vermarkten zu können.

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