Swiss Indoors
Marco Chiudinelli nutzt in Basel seinen Heimvorteil

Der Basler übersteht an den Swiss Indoors nach 2009 erstmals wieder die erste Runde. Heute geht es an seinem Heimturnier gegen den Franzosen Richard Gasquet. Und mit dem Publikum, so Chiudinelli, sei alles möglich.

Patrick Pensa (Text) und Uwe Zinke (Fotos)
Merken
Drucken
Teilen
Marco Chiudinelli in Basel

Marco Chiudinelli in Basel

Keystone

Kurz vor 19 Uhr ist es geschafft: Marco Chiudinelli hat den Spanier Guillermo Garcia-Lopez niedergerungen. Im ersten Satz ist er mehrmals nahe an einem Break, verliert aber schliesslich 5:7. In der Hälfte des zweiten Satzes fällt der Spanier in ein Loch, Chiudinelli gewinnt 6:3 und führt im dritten schnell 4:0. Dann lässt der Basler seinen Kontrahenten aber wieder ins Spiel kommen. «Auf einmal hat es geharzt – und als er näher kam, wurde es auch nicht einfacher», sagt der 31-Jährige.

Trotzdem: Chiudinelli serviert zum Sieg, erspielt sich mit starken Aufschlägen drei Matchbälle – und verliert einen nach dem anderen. «Mein Aufschlag war gut, ich war überrascht, dass er so stark retournieren konnte», gibt Chiudinelli an der Medienkonferenz zu. Bei Einstand kann sich der Einheimische fangen, macht einen guten Punkt und schickt ein Ass hinten nach. «Am Ende muss ich froh sein, dass ich das Spiel mit 6:4 gewinnen kann, beim Stand von 4:0 habe ich mir das Ganze sicher anders vorgestellt.»

Chiudinelli, der seit dem Halbfinale gegen Roger Federer 2009 an den Swiss Indoors die erste Runde nicht mehr überstehen konnte, spricht von einem schönen, von einem wichtigen Sieg. Das Publikum sei eine grosse Stütze. Aus der Zusatzmotivation von den Rängen könne aber auch schnell Druck werden, wenn es nicht so gut laufe. Heute geht es nun gegen Richard Gasquet. Zweimal haben sie gegeneinander gespielt, jeder konnte einmal gewinnen. «Es wird sicher schwierig, aber mit dem Publikum ist alles möglich. Ich hoffe einfach, dass die Leute nach dem Federer-Match noch etwas sitzen bleiben», sagt Chiudinelli.

Nach dem Spiel noch nicht Schluss

Was um 9.45 Uhr mit dem Weckruf begann, ist nach dem Match noch nicht zu Ende. Auslaufen, Essen, Duschen, Medienkonferenz. Danach geht es zu Sponsoren des Turniers – lächeln, sich gratulieren lassen, immer das nächste Spiel im Hinterkopf. Noch etwas Stretching – auf eine Massage verzichtet Marco Chiudinelli vor Matchtagen. Schliesslich mit dem Transportdienst zurück ins Hotel. Spätestens um ein Uhr wolle er im Bett sein, sagt er. Da er heute erst spät an der Reihe sei, könne er wieder ausschlafen. Um 9.45 Uhr wiederholt sich das Prozedere. Hoffentlich noch mehrmals diese Woche.