In der Region Basel streiten sich die Hockeyaner und Eisläuferinnen um Eisflächen. Plauschteams müssen auf die Randstunden spätabends verlegt werden, andere dürfen an Wochenenden frühmorgens aufs Eis. Das Eis ist knapp. Ein Papier, das vom Koordinator Eisbelegungen Erich Bütler und Präsident des Kantonalen Eislauf- und Eishockeyverbands BS, Peter Tschudin, unter anderem an den neuen Sportamtleiter und an die Clubs verschickt wurde, verdeutlicht den Zustand. Im Eglisee gibt’s nur noch ein Feld. Die Situation sei «unbefriedigend».

Auf der Margarethen trainieren elf Teams, 70 Meisterschaftsspiele werden durchgeführt. Die Stromkosten der unbedeckten Margarethen sind immens, wenn im September der Meisterschaftsbetrieb losgeht und draussen noch 30 Grad herrschen. Fazit: «Es braucht zwei neue Trainingshallen, um einerseits den Status quo, aber auch die weitere Entwicklung zu fördern.» Und: Durch die jährlichen Einsparungen der Energiekosten liessen sich zwei einfache, zweckdienliche Hallen langfristig finanzieren.

Die Idee, die an einem Runden Tisch mit Vertretern der Vereine und Mitarbeitern des Sportamts entstand: Auf dem Dreispitzareal soll eine Eishalle mit zwei Eisflächen gebaut werden. Bereits ausgemacht scheint, dass die Halle an der Genuastrasse entstehen soll: Auf dem Areal der Arfa Röhrenwerke, die 2013 den Betrieb einstellte. Die Landbesitzerin, die Christoph Merian Stiftung (CMS), zeigte sich bereits einmal kooperativ, als in Basel ein Mangel an Eisflächen herrschte. 2015, als die Margarethen renoviert wurde, bot die CMS Hand für eine Kunsteisbahn in der Arfa-Halle. Damals war es ein temporäres Projekt – und lediglich ein Feld. Nun soll eine fixe Eishalle mit gleich zwei Spielfeldern dauerhafte Entlastung bei den Eiszeiten bringen. Bei der Landbesitzerin heisst es: «Die CMS steht der Idee grundsätzlich offen gegenüber.»

Regierung hält am Plan fest

Finanziell würde den Kanton eine zusätzliche Eishalle möglicherweise gar günstiger kommen. Bereits für rund zehn Millionen Franken können heute einfache Hallen mit kleinen Stehplatzrampen gebaut werden. Dieses Geld könnte leicht bei der Sanierung der Margarethen gekürzt werden, wenn man statt der Rundumsanierung eine Lightvariante ins Auge fassen würde. Die hier veranschlagten Kosten für eine Sanierung und Erdbebenertüchtigung aller drei Felder sowie der bröckelnden Stehplatzrampe und der Garderoben steigen jährlich.

Das Basler Erziehungsdepartement will derzeit aber nichts von einer neuen Eishalle wissen. Es werde weiterhin eine Sanierung der Kunschti Margarethen angestrebt, sagt ED-Sprecher Simon Thiriet. Ein Architektenteam sei daran, das Projekt auszuarbeiten und die Kosten zu berechnen. Vielleicht zwingen diese Berechnungen Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) zum Umdenken. Im Jahr 2015 wurden die Sanierungskosten auf 65 Millionen Franken geschätzt. Sollten das Sanierungsvolumen diese Summe übersteigen, wird sich Cramer rechtfertigen müssen, warum er keine Alternativen ins Auge fasst.