Frau Smug, was empfinden Sie als engagierte Jodlerin, Jodellehrerin und Dirigentin bei der Rückkehr des Eidgenössischen Jodlerfestes nach Basel nach 1924?

Marianne Smug: Ich freue mich sehr und bin stolz, dass wir in Basel wieder ein Jodlerfest haben werden. Deshalb habe ich auch beschlossen, mich nochmals im OK einzubringen. 1980 hatten wir uns bereits um die Durchführung des Jodlerfests bemüht; damals fiel der Entscheid aber zugunsten von Olten aus. Ich bin überzeugt, dass wir ein Fest mit toller Atmosphäre bieten können: Basel hat eine schöne Innenstadt; und bei der Basler Bevölkerung wird es auch Anklang finden. Und ich weiss auch von vielen Jodlern aus der ganzen Schweiz, die sich auf Basel freuen.

Basel ist nicht gerade der erste Ort, der einem zum Thema Jodeln in den Sinn kommt.

Tatsächlich entstanden die ersten Jodlerklubs in der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg in den Schweizer Grossstädten, wo viele Menschen aus dem Umland arbeiteten. Als ich 1975 in die Jodlerszene kam, gab es in Basel noch 16 Jodlerklubs. Inzwischen sind sie überall in den Städten, auch in der Stadt Bern zum Beispiel, recht dezimiert; in Basel gibt es derzeit noch derer fünf.

Die Chöre bekommen keinen Nachwuchs mehr – in den ländlichen Gegenden wachsen die Jodlerklubs allerdings gewaltig, vor allem im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und im Appenzell. Auch in Basel gibt es heute noch eine Schicht, die Zugang zum Jodeln hat. Wenn wir das Fest richtig angehen, und davon bin ich überzeugt, dann werden viele Menschen in Basel neugierig werden und das Jodeln näher kennenlernen wollen.

Muss Jodeln immer traditionell sein? Oder darf man etwas Peppigeres wie das Echo vo dr Feldbergstrooss probieren?

Im Eidgenössischen Jodlerverband gibt es schon gewisse Regeln, die aus Überlieferung entstanden sind. Zum Beispiel legen wir Wert darauf, dass es beim schweizerischen Jodeln bleibt und nicht etwa Traditionen und Lieder aus Österreich oder Bayern untergemischt werden. Aber prinzipiell bin ich offen für Experimente und neue Zugänge wie beim Echo vo dr Feldbergstrooss, wobei ich Frau Jost und Herrn Reck nicht persönlich kenne.

À propos Tracht: Was tragen Sie zum Jodeln?

Die blaue Baselbieter Alltagstracht, da ich über 30 Jahre den Jodlerklub Allschwil geleitet habe - und die ich fast häufiger trage als sonst etwas (lacht). Etwas älter ist meine Riehener Festtagstracht; und für das Fest in Basel überlege ich mir, mir eine Basler Tracht zuzulegen. Die gibt es tatsächlich auch: die Festtagstracht ist eine typische Patriziertracht, fast bodenlang; was in der Bewegung einschränkt. Die Sonntagstracht in Rot ist angenehmer, ebenso die Werktagstracht in Braun.

Sie sind als ehemaliges Vorstandsmitglied im Nordwestschweizer Jodlerverband im OK unter anderem für die Auftrittslokalitäten zuständig. Wie sehen da die Vorbereitungen aus?

Sehr gut. Wir haben vor allem Kirchen gesucht und gefunden. Auch in der Musikschule und dem Scala-Kino wird gesungen. Pech hatten wir mit dem Stadttheater, dem Schauspielhaus und dem Stadtcasino, die im 2020 allesamt im Umbau sein werden. Das Jodlerdorf wird auf dem Petersplatz aufgebaut; die Konzerte finden dann in einem Umkreis mit der Paulus- und der Elisabethenkirche als weiteste Punkte statt. In letzterer ist von Samstag auf Sonntag eine Mitternachtsmesse geplant; eine Jodlermesse feiern wir am Sonntagmorgen vor dem Festakt in der Predigerkirche.

Welche Räumlichkeiten gilt es sonst noch zu organisieren?

Wir brauchen für jeden Auftrittsort vier Räume zum Einsingen. Dafür stellt uns das Erziehungsdepartment das jeweils nächstgelegene Schulgebäude zur Verfügung. Die Übernachtungen fallen nicht in mein Ressort; aber wie ich höre, sind die Hotels in Basel bereits reserviert. Wir erwarten 12'000 bis 15'000 Jodler und Jodlerinnen, Alphornbläser und Fahnenschwinger bei 150'000 bis 200'000 Gästen.

Die Nordwestschweizer Jodler müssen sich vom 5. bis 7. Juli in Mümliswil für das Eidgenössische in Basel qualifizieren. Nach den Sommerferien wird die Arbeit deutlich intensiver werden; dann wird auch das Anmeldeportal aufgeschaltet. Die einzelnen Ressorts müssen dann auch untereinander vermehrt zusammenarbeiten. Zum Glück haben wir uns im OK sehr gut gefunden. Es steht uns noch viel Arbeit bevor; aber ich freue mich!