Carrie steht in der legendären New Yorker Bäckerei Magnolia und beisst in den mit Buttercreme überzogenen Cupcake. Und schon ist es geschehen. Millionen von Frauen wollen es ihr gleichtun, ihrem Vorbild, der Hauptfigur aus der Hit-Serie «Sex and the City», die sonst für ihren Schuh-Tick auf der ganzen Welt berühmt ist.

Seit Carries Biss herrscht – vor allem in den USA – ein regelrechtes Cupcake-Fieber. Jeweils am 15. Dezember feiern die Amerikaner gar den nationalen Tag des Lemon Cupcake. Vor zirka drei Jahren schwappte die Begeisterung für die kleinen, süssen, verzierten Küchlein auch in die Schweiz über. Die Basler Jungunternehmerin Melanie Jones konnte der Faszination nicht widerstehen. «Ich wollte immer schon einen eigenen Betrieb haben. Ich wusste, dass meine Idee einzigartig sein muss, damit es funktioniert», erzählt die 32-Jährige.

Die Inspiration für einen Cupcake-Laden holte Jones sich in ihrer Zeit in England, wo sie einige Jahre lebte und ihren heutigen Mann Gareth kennenlernte. Jones erblickte das aus dem englischsprachigen Raum stammende Gebäck und verliebte sich auf den ersten Blick. Für sie war klar, dass die bunten, dekorativen und individuell gestaltbaren Küchlein – die schon im Jahre 1796 im ersten je erschienenen amerikanischen Kochbuch erwähnt wurden – ins Sortiment der Schweizer Süsswaren passen. Jones: «Ich war mir sicher, dass auch die Schweizer die Cupcakes lieben.»

Basler Standort ist Luxusvariante

Vor rund drei Jahren eröffnete die diplomierte Hotelière/Restauratrice zusammen mit ihrem Mann den ersten «Cupcake Affair» Standort im Zürcher Niederdorf und füllte damit eine Marktlücke. Jones’ Laden war der erste seiner Art in der Schweiz. «In Zürich habe ich alle Wände noch selber gestrichen. Am Anfang war eben alles noch eine Nummer kleiner.» In der Zwischenzeit hat sie eine Filiale in Bern und seit letztem Samstag auch in ihrer Heimatstadt Basel. «Die Eröffnung in Basel ist sehr besonders für mich», so Jones. Und der Standort Basel ist mit Abstand der grösste aller drei Shops. «Er ist quasi die Luxusvariante», sagt sie lachend.

«Basler Bebbi» begeistert

Der charmant nostalgisch eingerichtete Laden am Spalenberg 16 bietet so ziemlich alles an, was das zuckerliebende Herz begehrt. Die täglich frisch gebackenen Cupcakes reichen von klassischen Kreationen über Spezialkreationen bis hin zu saisonal angepassten Küchlein. Kreativ sind auch die Namen der süssen Naschereien: Kunden können beispielsweise zwischen US-Soulsänger Barry White, Monacos berühmtester Fürstin Grace Kelly oder Schauspiel-Legende Marilyn Monroe aussuchen. Zur Ladeneröffnung wurde eigens noch der «Basler Bebbi», eine Kreation mit Basler Läckerli, gebacken.

Der Laden schliesst schon jetzt an den Erfolg der beiden Vorgänger an: «Am Eröffnungstag war der Raum voll. Die Massen kamen angestürmt und mussten anstehen, um ein Cupcake zu ergattern.»

Von diesem Erfolg können Max und Caroline nur träumen. Die beiden Hauptfiguren der aktuell erfolgreich laufenden TV-Serie Two Broke Girls haben den Traum, ein Cupcake-Geschäft zu eröffnen. Um sich diesen Traum zu erfüllen, schuften die beiden als Kellnerinnen und Babysitterinnen, wohnen in einer Bruchbude und ernähren sich tagelang nur von Chips, um das dringend benötigte aber noch fehlende Geld zusammenzubekommen. Auch wenns mit der Erfüllung des Traumes nie so richtig klappen will, eines haben Max und Caroline – genau so wie ihr Schweizer Pendant Jones – geschafft: dank ihnen sind Cupcakes in aller Munde.