Fussball
Markus Hoffmann – der neue Assistenztrainer des FC Basel

Markus Hoffmann hat nach Heiko Vogels Ernennung zum Cheftrainer einen Anruf erhalten, ob er Assistenztrainer des FC Basel werden wolle. «Ich zögerte keine Sekunde», sagt Hoffmann, der bislang als Trainer in Österreichs Regionalliga amtete.

Sebastian Wendel, Marbella
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Markus Hoffmann bereitet im Trainingslager in Marbella eine Übung vor

Markus Hoffmann bereitet im Trainingslager in Marbella eine Übung vor

Hans-Jürgen Siegert

Auftritt Markus Hoffmann: Mit langen, gleichmässigen Schritten kommt er, ein Mann wie ein Baum, um die Ecke in die Hotellobby. Die Augen haben das Ziel erfasst, sie wenden sich nie mehr ab. Ein Lächeln? Fehlanzeige.

Es folgt eine kurze Begrüssung mit festem Händedruck. «Hallo, ich bin Markus.» Er greift an seinen kahl geschorenen Kopf und setzt sich dann in einen Sessel. Die Hände auf den Knien erwartet er die erste Frage. Es scheint nicht, als hätte Hoffmann grosse Lust auf ein Gespräch.

«Markus wer?»

Der Österreicher komplettiert seit Beginn dieses Jahres den Trainerstaff des FC Basel, ist neben Marco Walker zweiter Assistenztrainer von Heiko Vogel. Als seine Verpflichtung verkündet wurde, rief das auch bei den grössten Kennern der Fussballszene ein Fragezeichen hervor. «Markus wer?» Dass er fast niemandem ein Begriff ist, stört Hoffmann nicht weiter. «Das ist mir sogar recht, dann lassen mich die Leute in Ruhe», sagt er kurz angebunden.

Ein Grund dafür, dass Hoffmann sich seinen Namen erst noch erarbeiten muss, ist seine Jungfräulichkeit im Profifussball. In seiner Aktivzeit stürmte der 39-Jährige in der deutschen Regionalliga für Burghausen und für verschiedene Klubs in Österreich. Eine Knieverletzung führte zum frühen Karriereende, nicht aber zum Austritt aus dem Fussballgeschäft.

«Ich habe den Fussball in mir drinnen, ich konnte nicht einfach etwas anderes machen», so Hoffmann. Er half beim SV Seekirchen in der österreichischen Regionalliga einige Jahre als Co-Trainer aus, ehe er dort vor knapp drei Jahren zum Cheftrainer befördert wurde.

Und nun also der Sprung zum FC Basel, zum Schweizer Meister und Achtelfinalisten in der Champions League. «Als die Anfrage von Heiko Vogel kam, habe ich keine Sekunde gezögert.» Der Anruf erreichte Hoffmann am Tag, nachdem Heiko Vogel beim FC Basel zum Cheftrainer befördert wurde.

Der Posten des zweiten Assistenztrainers blieb lange vakant, nachdem Thorsten Fink den FCB verlassen hatte. «Heiko hat wohl unterschätzt, welchen Aufwand ein Cheftrainer leisten muss», sagt Hoffmann und schmunzelt dabei. «Das habe ich ihm voraus», legt er nach, um dann gleich wieder zu relativieren. «Aber natürlich ist das Traineramt bei einem Amateurklub nicht mit jenem bei einem Verein wie dem FC Basel zu vergleichen.»

Keine Berührungsängste

In Marbella will sich der Vater eines Sohnes und einer Tochter an das Team gewöhnen und hofft, dass «es sich auch an mich gewöhnt». Schwer sollte dies nicht fallen: Die meisten Spieler kannte Hoffmann bei seinem Amtsantritt. Während seiner Trainerausbildung hospitierte er dreimal beim FC Basel, das letzte Mal im vergangenen Sommer.

Obwohl er erst seit vier Tagen im Amt ist, bringt Hoffmann sich bereits voll ein. «Wenn mir etwas nicht passt, sage ich das auch.» Oft sei dies aber nicht der Fall, da er und Heiko Vogel die gleiche Philosophie vertreten.

«Ich will wie er, dass das Team Fussball spielt und nicht arbeitet», sagt Hoffmann. Seine Aufgabe sei es vorerst, die Übungen zu überwachen und allenfalls zu korrigieren. «Und ich will jeden Tag etwas lernen.»

Fussball werde zwar auch im Amateurbereich mit 22 Männern und einem Ball gespielt, bei den Profis ginge jedoch alles viel schneller. «Das ist der einzige Unterschied», so Hoffmann, «aber auch der entscheidende.»

Beim Siegeswillen hat er bereits das Niveau der Profis erreicht. «Ich will unbedingt Meister werden, ein anderes Ziel gibt es nicht für uns, dafür müssen wir alles investieren», sagt er wie aus der Pistole geschossen. Zum Schluss bedankt sich Hoffmann dann noch: Für das Gespräch.