Pascal Mangold, Chef und Mitgründer der Basler Software-Firma Magnolia International, ist im Prinzip eine Frohnatur. Kommt man auf die Masseneinwanderungsinitiative (MEI) zu sprechen, vergeht ihm das Lachen. Das sei einfach nur «e Seich», sagt er.

Magnolia hat derzeit 12 Stellen offen. Die Firma, die für internationale Konzerne eine Standard-Software entwickelt, wächst rasch und braucht IT-Spezialisten. In Europa ist der Arbeitsmarkt ausgetrocknet, für Arbeitskräfte aus Drittländern sind die Bedingungen restriktiv. Bevor jemand von ausserhalb der EU angestellt werden kann, muss die Stelle mindestens drei Monate auf einer vom Bund aus vorgeschriebenen Plattform ausgeschrieben sein.

Im Ausland wachsen

Er möchte gerne anders, aber für Mangold hat das derzeit die Konsequenz, dass er die benötigten Leute vermehrt im Ausland anstellt, nicht in der Schweiz. Dabei ist Mangolds Firma Magnolia nur eine von vielen. Auch die Pharmaindustrie ist auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Und zwar in grossem Stil. Offenbar wird auch dort die behördliche Schraube bereits etwas angezogen. Bei Novartis stellt man fest, dass bei der Besetzung von Stellen «verstärkt geprüft» wird. «Bis heute konnten wir alle Stellen mit den von uns vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten besetzen», sagt ein Unternehmenssprecher.

Gleichzeitig wird in der Politik hart gerungen. In den Verhandlungen über die Masseneinwanderungsinitiative mit der EU hat der Bundesrat noch keine Einigung erreicht.

Nun schlägt er vor, die Zuwanderung mittels einseitiger Schutzklausel zu steuern: Wird ein bestimmter Schwellenwert überschritten, muss der Bundesrat jährliche Höchstzahlen festlegen. Damit gewinnt die Schweiz zwar Zeit, aber die Unsicherheit bleibt. Und Unsicherheit ist bekanntlich Gift für die Wirtschaft: Investitionen werden herausgeschoben oder anderswo getätigt. Im Ausland eben.

Umfrage: 

Begeisterung kommt keine auf. Der Bundesrat habe kaum eine andere Möglichkeit gehabt, finden Politiker und Wirtschaftsvertreter aus der Region Basel. Wirklich zufrieden aber ist keiner mit dem Lösungsvor- schlag. Hauptsorge: Die Unsicherheit für die Schweizer Wirtschaft bleibt bestehen.