Wohnbau

Massenkündigung am Schorenweg: Sammelklage eingereicht, Häuser «in gutem Zustand»

Die Hochhäuser am Basler Schorenweg sollen umgebaut werden – dafür erhielten die Mieterinnen und Mieter die Kündigung. Jetzt wurde die Sammelklage dagegen eingereicht, denn selbst die Bauherrschaft spreche davon, dass die Häuser in gutem Zustand seien.

Die Massenkündigung am Basler Schorenweg sorgte über weite Kreise für Empörung. 230 Mietparteien wurde anlässlich einer Sanierung gekündigt, bei den Betroffenen sass der Schock tief. Jetzt wurde von betroffenen Mietern eine Sammelklage eingereicht.

Wie der Basler Mieterverband schreibt, hätten 12 betroffene Mietparteien am Montagmorgen Einsprache gegen die Kündigung eingereicht. Sie reklamieren, dass die 28 Millionen Franken der «Credit Suisse» und des SIAT-Fonds zu Unrecht angelegt würden, denn wie aus dem Baudossier hervorgehe, würden die Häuser sämtliche für sie gültigen Normen zu Brandschutz und Erdbebensicherheit erfüllen. Es bestünden zudem keinerlei behördliche Auflagen.

«Verstoss gegen öffentliche Interessen»

Dies entgegen der vordergründig geäusserten Annahmen, dass vor allem sicherheitstechnische Massnahmen Anlass zur Kündigung bieten würden. Wie der Mieterverband in einem Communiqué schreibt, seien diese Kündigungen daher gemäss den Einsprechenden unnötig und unverhältnismässig.

Dies zeigt sich unter anderem daran, dass bestehende Küchen in bestem Zustand abgerissen und übers Eck verlegt sowie ganze  Balkone beseitigt werden sollen. Das Projekt diene laut Mitteilung also dazu, die Mieten unter Umgehung des Mietrechts zu verdoppeln und langjährige Mieter unter Umgehung der Wohnschutzverfassung aus ihren Wohnungen und ihrem Quartier zu verdrängen. Juristisch sei dies «ein schwerer Verstoss gegen öffentliche Interessen».

Meistgesehen

Artboard 1