Fussballgewalt

Massenschlägerei nach FCB-Spiel im Mai 2018: Anklage gegen zwölf Hooligans

Im Mai 2018 prügelten sich Anhänger des FC Basel und Hooligans aus Zürich vor dem St. Jakob-Park. Mehrere Beteiligte wurden dabei erheblich verletzt. Nach abgeschlossener Voruntersuchung erhebt die Basler Staatsanwaltschaft gegen zwölf Personen Anklage.

Es war eine wüste Schlägerei, die sich am 19. Mai 2018 vor dem Stadion St. Jakob-Park zugetragen hatte. Die unscharfen Handyaufnahmen, die danach verbreitet wurden, lassen die Härte der Prügelei erahnen. 

Die Bilanz zum Schluss liest sich dann auch dementsprechend: Mehrere Dutzend gewalttätige Fussballanhänger haben sich an der Schlägerei beteiligt, dabei wurden mehrere Personen teils erheblich verletzt, einige mussten ins Spital eingeliefert werden oder suchten selbst die Notfallstation auf. Etliche konnten noch vor dem Eintreffen der Polizei flüchten.

 

Filmaufnahmen von jener Nacht:

Saisonabschluss

An diesem Samstag empfing der FC Basel den FC Luzern im Joggeli. Es war der letzte Match der Saison. Nach der Partie wollten die FCB-Anhänger auf der Plattform vor dem Stadion feiern. Wie die Szenerie derart ausarten konnte, ist nicht klar. Laut Berichten hätte abseits von der Plattform eine Gruppe von Personen, gekleidet in weisse Maleranzüge, einen Brückenpfeiler am Birsufer besprayt. Dabei seien sie von einer Gruppe Männer angegriffen worden. 

Die Männer seien Zürcher Hooligan-Kreisen zuzuordnen, da sie gemäss der Basler Staatsanwaltschaft T-Shirts mit der Aufschrift «ZKH» getragen hätten. ZKH steht für «Zürichs kranke Horde» und ist eine Schlägervereinigung, die schon seit vielen Jahren besteht. Es lassen sich kaum Aussagen darüber machen, wer der Gruppe angehört und ob es neben einem Kern vielmehr einen losen Verbund mit Gewalt-Orientierten ganz unterschiedlichster Herkunft gibt.

Anklage

Die Basler Staatsanwaltschaft konnte nach «umfangreichen Ermittlungen» 14 Verdächtige identifiziert. Sie wurden in den Kantonen Basel-Stadt, Baselland und Zürich festgenommen. Sechs von ihnen sassen danach mehrere Wochen in Untersuchungshaft.

Mehrere Verfahren mussten aber mangels Beweisen eingestellt werden. Gegen einen 29-jährigen und einen 46-jährigen Schweizer wurde wegen Raufhandels und Strassenverkehrsdelikten Strafbefehle erlassen.

Bei den anderen zwölf Beschuldigten handle es sich laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft um sechs Schweizer im Alter von 22 bis 36 Jahren, einen 24- und einen 31-jährigen Deutschen, einen 31- und einen 35-jährigen Italiener, einen 28-jährigen Serben und um einen 24-jährigen Syrer. Die Mehrheit der Beschuldigten sind Anhänger von Zürcher Fussballclubs. Weitere Beteiligte sind Fans des FCB und des Karlsruher SC. 

Gegen diese zwölf Personen hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Raufhandels, Körperverletzungsdelikten, Landfriedensbruchs, Vergehen gegen das Waffengesetz und kantonaler Übertretungen erhoben.

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