Nach drei Niederlagen aus den letzten vier Meisterschaftsspielen der Hinrunde ist OB mit zwei Siegen gut in die Rückrunde gestartet und wieder auf einem Aufstiegsplatz. Wieso der gute Start?
Massimo Ceccaroni:
Wir haben die Winterpause sehr gut genützt und viel trainiert. Das Trainingslager in der Türkei war intensiv. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt und die Spieler nähergebracht. Zudem haben wir die beiden Spiele gegen Zofingen und Solothurn in den Fokus gerückt, die wir verdient gewonnen haben.

Durch Beendigung Ihres Engagements bei OB im Sommer verlassen Sie das Projekt «Aufstieg und Etablierung in der 1. Liga Promotion». Wird es dadurch beeinträchtigt?
Gar nicht. Wichtig ist, dass der Aufstieg erreicht wird, nicht nur für OB.

Warum?
Wenn jetzt ein junger Spieler beim FCB den Sprung in die erste Mannschaft nicht schafft und sich auch in der U21 nicht durchsetzen kann, versinkt er eventuell bei einem 1. Liga-Team. Von dort aus ist es praktisch unmöglich, wieder an den Profifussball heranzukommen. Deshalb ist neben der U21 des FCB ein zweiter regionaler Verein wie die Old Boys in der 1. Liga Promotion essentiell, damit ein vorerst «gescheiterter» Spieler Unterschlupf finden kann. Die Liga wird attraktiver, und die Förderung junger Spieler wird besser als in der jetzigen 1. Liga.

Warum gab es trotz der bisher starken Saison zwei Neuzugänge?
Ludovic Mathys ist der direkte Ersatz für Reto Friedli (zurück zu Dornach, Anm. d. Red), während Renato Santabarbaras Vertrag beim FCB auslief und er deshalb vorerst bei OB eine Chance bekommen soll. Beide Spieler haben jedoch noch Trainingsrückstand und werden eventuell noch in der zweiten Mannschaft eingesetzt.

Kann man bereits etwas über potenzielle Nachfolger bei OB sagen?
In beratender Funktion helfe ich der Vereinsführung, möglichst rasch einen geeigneten Trainer zu finden. In welchem Rahmen dieser arbeiten wird, ist noch unklar, denn der Zeitaufwand in der 1. Liga Promotion ist bedeutend grösser.

Bedauern Sie es, dass Sie in dieser Liga nicht mehr coachen können?
Ich verlasse OB mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Klar hätte es mich gereizt weiter zu machen, vor allem in der neuen Liga. Aber der Zeitpunkt ist gekommen und es ist eine neue berufliche Orientierung.

Werden wir Massimo Ceccaroni je wieder als Trainer sehen?
Das kann ich nicht sagen. Die sieben Jahre bei den Old Boys waren sehr intensiv. Aber dank der bisher zwei – und hoffentlich bald drei – Aufstiegen, sowie den Trainerfortbildungen bis hin zum SFV-Instruktor, waren die Jahre sehr lehrreich. Der neue Job wird sehr streng und auch beim FCB werde ich bei den Junioren einige Einheiten auf dem Platz begleiten, aber im Grossen und Ganzen arbeite ich dort eher in einer beobachtenden Rolle. Zumindest drei Jahre, dann schaue ich weiter.