Die Universität Basel bietet Studiengänge von A bis Z, von Archäologie bis Zahnmedizin. Dabei das passende Studium zu finden, stellt sich für viele Maturanden jedes Jahr als schwierige Aufgabe heraus. Um den künftigen Studierenden einen Einblick in die verschiedenen Fachrichtungen zu gewähren, veranstaltet die Uni einen jährlich stattfindenden Informationsanlass, der am Donnerstag bereits zum 14. Mal stattfand.

Neben den Informationen, die man sich an den beiden Infomärkten im Kollegienhaus sowie im Bio- und Pharmazentrum von den anwesenden Dozierenden und Studenten holen konnte, gab es für die jungen Besucher einige Highlights: so zogen Studierende des Fachs Afrikastudien mit ihren Interessierten auf einer Stadtsafari durch Basel und Soziologen gaben Einblicke in das Leben von Superreichen.

Über 4000 Interessierte

Die Uni Basel boomt. Dies zeigt sich auch an den Anmeldezahlen für den gestrigen Maturandentag: über 4000 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten besuchten den Anlass, was eine Zunahme von zehn Prozent bedeutet.

Wer vor allem Interessierte aus der Nordwestschweiz erwartete, wurde überrascht: über 2000 Besucher reisten extra aus der französischsprechenden Schweiz an, 500 aus dem grenznahen Ausland und die rund 50 Ticinesi kamen bereits am Mittwoch nach Basel. «Wir wollen mit unserem attraktiven Angebot mehr italienischsprechende Studenten nach Basel locken» erklärt Markus Diem, Leiter der Studienberatung .

Dass aber trotz des allgemein grossen Interesses nicht jede Fakultät Zulauf verzeichnet, zeigt das Beispiel der Philosophisch-Historischen Fakultät: zuletzt entschieden sich immer weniger Studierende für die Geistes- und Sozialwissenschaften. Dabei geht eines der beliebtesten Fächer voraus: die Medienwissenschaften.

Diverse Studierende beobachteten in den letzten Jahren immer weniger Studienanfänger im Bereich der Medienwissenschaften. Grund dafür könnte der neu eingeführte Numerus Clausus für Interessenten aus Deutschland sein. Die Gäste aus dem nördlichen Nachbarland müssen höhere Kriterien erfüllen als Einheimische und zuerst einen Eignungstest ablegen, bevor sie in Basel zugelassen werden.

Grosses Interesse bei Zahnmedizin

Auf das wohl grösste Interesse - gemessen an den Anmeldungen - stiessen gestern die Psychologie, die Wirtschaftwissenschaften und erstaunlicherweise auch die Zahnmedizin. «Es gibt keinen Sachverhalt, der nicht entweder psychologisch, juristisch oder wirtschaftlich ist, daher ist das Interesse an der Psychologie und den Wirtschaftswissenschaften nicht weiter erstaunlich», sagt Diem. Die grosse Nachfrage bei der Zahnmedizin hat aber sowohl ihn als auch das Zahnmedizinische Departement selber überrascht.

Auf längere Sicht lässt sich neben der Abnahme bei den Geistes- und Sozialwissenschaften festhalten, dass es heute mehr Juristen und Naturwissenschaftler gibt. «Viele Studenten wählen Fachrichtungen wie die Naturwissenschaft aus, weil sie dort wissen, was sie später konkret werden können. Bei den philosophisch-historischen Fächern ist der weitere Weg zu unbestimmt» führt Diem aus.