Auch der Baselbieter Medienminister Anton Lauber erfuhr heute Morgen vom Verkauf der BaZ an Tamedia. Am Rande seiner Präsentation der Staatsrechnung 2017 nahm er Stellung: „Ich nehme den Verkauf zur Kenntnis, ganz überrascht bin ich aber nicht, da man ja Ähnliches schon vor gewisser Zeit Medienberichten entnehmen konnte. Grundsätzlich hoffe ich, dass die Basler Zeitung als solche erhalten bleibt. Es ist eine wichtige Zeitung für unsere Region, zusammen mit der Basellandschaftlichen Zeitung selbstverständlich. Es ist eine Bereicherung für die Region, dass wir zwei Tageszeitungen haben. Wie sich die Basler Zeitung neu ausrichten wird, weiss man jetzt noch nicht. Summa summarum ist der Verkauf vielleicht eher eine Verstärkung der Präsenz der Medien in der Region.“

Lokales darf nicht leiden

Dass nun eventuell bald der nationale und internationale Teil der Zeitung aus Zürich kommt, beobachtet Lauber hingegen mit Skepsis: „Ich hoffe nicht, dass die Basler Zeitung dann eine Zürcher Perspektive einnimmt. Hier nördlich vom Belchen haben wir schon unser Eigenleben und das wollen wir auch in den Medien wiederfinden. Ich als Medienminister habe schon den Anspruch, dass die lokalen Verhältnisse in den Medien reflektiert werden. Auf der anderen Seite grenzen sich das Baselbiet und die Nordwestschweiz immer etwa ab zum Rest der Schweiz, vielleicht schadet es ja gar nicht, sich etwas mehr mit gesamtschweizerischen Themen zu befassen.“

Journalisten sollen hier bleiben

Auch zum drohenden Abzug eines Teils der BaZ-Redaktion nach Zürich äussert sich Lauber: „Das sind unternehmerische Entscheide, die gefällt werden. Das will ich noch nicht kommentieren. Aber aus Sicht des Kantons Baselland kann ich sagen, dass es sehr wertvoll ist, wenn die Journalisten vor Ort arbeiten können, da man sie dann auch persönlich kennt und ein besserer Austausch möglich ist. Die Verankerung in der Region ist natürlich für so ein Medium schon wichtig. Rein aus politischer Sicht würde ich mir also wünschen, dass das Personal hier bleibt.“

Keine Angst vor Linksrutsch

Doch was sagt der bürgerliche Regierungsrat Lauber (CVP) dazu, dass die BaZ unter Tamedia nun einen Linksrutsch erleben könnte? „Angst muss ich vor nichts haben. Medien haben ihren Auftrag. Ich habe nur den Anspruch, dass sie eine gewisse Objektivität wahren und Sachlagen in einer breiten Optik beleuchten. Dann stimmt es für mich. Man kann schliesslich von beiden Seiten immer etwas lernen.“

BaZ-Übernahme: Tamedia VR-Präsident nimmt Stellung

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