Innenstadt

Mehr Bäume und eine kleine Piazza Grande: So wird der neue Basler Rümelinsplatz

Vor rund zweieinhalb Jahren hat eine Jury die Projektidee «Platzlichtung» zum Sieger erkoren. Nun kann das Projekt starten. Gebaut werden soll aber frühestens 2022.

Für 2021 war die Aufwertung eigentlich geplant. Dann kam eine Petition des Quartiervereins «Lääbe in der Innerstadt» dazwischen. Deren Kernforderung: Die vier bestehenden, kerngesunden Bäume auf dem Rümelinsplatz sollen bleiben. Nun haben die Projektleitenden und die Petenten einen Kompromiss gefunden, der ab sofort in die Wege geleitet wird.

Der Entwurf «Platzlichtung» des Berliner Architektenbüros «Franz Reschke Landschaftsarchitektur» fand vor allem mit seinem Augenmerk auf eine ausgewogene Baumverteilung und die einzunehmende Doppelfunktion Anklang: «Der Platz soll ein Begegnungsort werden, an dem man inmitten des Grossstadtdschungels auch mal eine Pause einlegen kann», so Corinne Grüter, Vertreterin des Vereins «Instandbelebung Rümelinsplatz VIBR».

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass der Platz weiterhin optimal auf die dort stattfindenden Veranstaltungen angepasst ist: Auf die Fasnacht werde zu hundert Prozent Rücksicht genommen, während der Festivitäten seien die Arbeiten unterbrochen und die Baustelle geschlossen, sagte Hans-Peter Wessels, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements.

Bordsteinränder und Bodenstufen seien bei der Planung weitestgehend vermieden worden. Dies soll den Komfort und die Sicherheit für Fussgänger - insbesondere während Festzügen wie dem Morgestraich - erhöhen. Es wurde bei der Planung ausserdem darauf geachtet, dass der Bühne des Bebbi-Jazz weiterhin genügend Platz bleibt.

Die beiden Linden bleiben stehen

Um den Petenten des Quartiervereins entgegenzukommen, bleiben die beiden Linden stehen. Die darunter stehenden Holzbänke werden aber durch Steinbänke ersetzt, da sich diese besser reinigen lassen. Unvermeidbar sei jedoch die Ersetzung der Ginkgo-Bäume, wie der Regierungsrat in der schriftlichen Medienmitteilung verlauten lässt. Die ohnehin schon geschwächten Bäume würden einen Eingriff in den Wurzelraum nicht überstehen, dieser sei aber zur Begradigung des Terrains um den Brunnen notwendig.

Zusätzlich zur Begradigung und Erhöhung des Bodens um den Brunnen werden auch die Stufen entfernt, um den Zugang von allen Seiten gewährleisten zu können. Die entfernten Ginkgo-Bäume werden durch drei Schnurbäume ersetzt. Die Auswahl der Baumart wurde auf Anliegen des Quartiervereins nochmals überdacht und in Absprache mit der Stadtgärtnerei und dem Architekturbüro getroffen: «Die Schnurbäume eignen sich mit ihrem schirmartigen, dichten und entsprechend schattenspendenden Wuchs optimal für unser Projekt. Ausserdem sind sie schnellwüchsig und klimaerträglich», sagt Friederike Meinhardt, Projektleiterin des Planungsamtes.

Bis Ende 2021 ist im Idealfall alles startklar, frühestens 2022 werden die Bauarbeiten starten. Trotz der kleinlich genauen Planung bleibt eine Frage aber weiterhin ungeklärt: Was passiert mit der Liegenschaft am Rümelinsplatz 1? Zwar gebe es viele Interessenten, die Auswahl werde aber sehr vorsichtig getroffen, da der Standort für die Attraktivität des Rümelinsplatzes fundamental sei, sagt Wessels.

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