Sicherheit
Mehr Bedrohungen für die urbanen Zentren - Basel zeigt Lösungen

Basel ist bekannt für seine heftigen Debatten über die öffentliche Sicherheit. Trotzdem ist Basel ein Vorbild für andere Schweizer Städte. Der Schweizer Städteverband stellte eine Studie vor, welche die Bedrohungen für die hiesigen urbanen Zentren bis ins Jahr 2025 aufzeigt.

Moritz Kaufmann
Drucken
Teilen
Was die Schweizer Städte bedroht: Kleinere Städte leiden mehr unter der Migration als grosse.

Was die Schweizer Städte bedroht: Kleinere Städte leiden mehr unter der Migration als grosse.

zvg/Fotolia

In der Stadt ist es laut, in der Stadt ist es dreckig, in der Stadt wird man angepöbelt. Das wird sich so schnell nicht ändern. 33 Schweizer Städte - darunter Basel und Liestal - haben ihre Erfahrungen ausgetauscht und Prognosen für das Jahr 2025 gemacht.

Sichere Städte 2025

Fast drei Viertel der Schweizer Bevölkerung lebt städtisch. Immer mehr ist das aber mit Sicherheitsproblemen verbunden. Deshalb haben sich 33 Städte vernetzt und Erfahrungen ausgetauscht. Entstanden ist dabei die Studie «Sichere Schweizer Städte 2025».

Laut dieser sind die Schweizer Städte heute sicher und werden es auch 2025 sein. Allerdings steigt der Druck; die Sicherheit zu gewährleisten, wird immer schwieriger. Die Gefahren sind ganz unterschiedlicher Natur und reichen von Littering und Vandalismus über Körperverletzung und Einbrüche bis hin zu Ausschreitungen. Um diese zu bewältigen, müssen die Städte lernen, die Gefährdungen zu erkennen und im Voraus zu neutralisieren oder den Schaden zu minimieren.

Studie trägt Basler Handschrift

Die Studie trägt eine klar lesbare Basler Handschrift: «Sie orientiert sich an den Erfahrungen von Basel», sagt der Basler Stadtentwickler Thomas Kessler. Denn: «Wir haben einen gewissen Vorsprung.» Die Sicherheitsstudie listet nämlich nicht nur die Bedrohungen auf, mit welchen die Städten zu kämpfen haben, sondern sie präsentiert auch Massnahmen. Denn: Viele kleinere Städte sind zunehmend mit den negativen Begleiterscheinungen der Urbanisierung überfordert.

Stadtentwickler Kessler gab, neben anderen Persönlichkeiten wie Politologe Claude Longchamp oder Wirtschaftspublizist Philipp Löpfe, als Experte seine Erfahrung in der Studie weiter.

Ausgerechnet Basel, wo immer wieder heftige Debatten über die Sicherheit im öffentlichen Raum entbrennen, soll für andere Schweizer Städte ein Vorbild sein? «In Basel hat man den Begriff Sicherheit sehr früh weit definiert. In dieser Hinsicht sind wir Pioniere», sagt Kessler.

Als positives Beispiel für ein ganzheitliches Sicherheitsdenken nennt Kessler die Buvetten am Rhein: «Die haben einen enormen Kulturwandel bewirkt. Probleme mit Dealerei oder Lärmexzesse haben abgenommen.» Es sind solche Konzepte, Basel durch jetzt mit den anderen Städten teilen will. Bereits bezeichnete der Genfer Stadtpräsident Pierre Maudet Basel als Vorbild für seinen Kanton.

In der Stadt wohnen ist im Trend

Sicherheit ganzheitlich betrachten heisst laut Kessler aber nicht, dass man nicht auch hart durchgreifen muss. Zum Beispiel: «Basel und Genf fordern die Verstärkung der Grenzwache. Internationalität Kriminalität kann man nicht allein an die Kantonspolizei delegieren.» Der neue Sicherheitsdirektor Baschi Dürr trage diese Linie mit.

Dass Sicherheit in Städten eine hochkomplexe Angelegenheit ist, die über Fragen wie Einbruchsicherheit oder Hotspots hinausgeht, ist auch eine Kernaussage der Studie. Bis 2025 werden auch Bedrohungen wie Strom- oder Informationsausfälle wichtiger. Erschwerend bei der Bewältigung dieser Probleme kommt laut Studienleiter Tillmann Schulze hinzu, dass im Bereich Sicherheit «knappe Ressourcen» vorhanden sind. So lassen sich die Polizeikorps nicht einfach so vergrössern - dies wäre vielen Städten zu teuer. Die Studienverfasser liessen aber durchblicken, dass mehr Polizisten durchaus wünschbar wären.

Trotz aller Schattenseiten des Stadtlebens: Im Zentrum zu wohnen liegt im Trend. Auch Basel wächst von Jahr zu Jahr. So schlimm kann es um die Sicherheit also nicht stehen.

Aktuelle Nachrichten