Sicherheit

Mehr Einsätze und zu viel urbaner Verkehr: Die Basler Sanität gelangt ans Limit

Bei der Sanität Basel-Stadt herrschen schon lange prekäre Verhältnisse.

Bei der Sanität Basel-Stadt herrschen schon lange prekäre Verhältnisse.

Die Basler Sanität wird immer langsamer, die Qualität sinkt. Und geht die Entwicklung so weiter, kann der Staatsauftrag bis 2025 gar nicht mehr eingehalten werden. Die Regierung will die Sanität jetzt aufstocken.

Ein zweiter Standort beim Zeughausareal, ein umfassender Umbau der bestehenden Rettungszentrale an der Hebelstrasse sowie ein Aufstocken an Einsatzwagen und Personal: Mit diesen Massnahmen will der Regierungsrat die Sanität Basel für die Zukunft rüsten.

Die Rettungskräfte müssen seit 2011 immer mehr ausrücken. Laut dem Regierungsrat sind wegen der Bevölkerungszunahme, der Vergreisung der Gesellschaft sowie der Abnahme der Notfallärzte die Anzahl der Rettungseinsätze in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent gestiegen. Seit 2014 wurden deshalb auch 30 neue Vollzeitstellen kreiert sowie zusätzliche drei Rettungswagen und zwei Einsatzfahrzeuge in Betrieb genommen.

Die Regierung geht davon aus, dass in den nächsten Jahren die Anzahl Einsätze weiterhin steigen wird. Deswegen hat sie den Grossen Rat gebeten, einen Kredit von 32,9 Millionen Franken zu bewilligen, um die nötigen Umstrukturierungen vorzunehmen.

Eine Gefahr für die Qualität der Dienstleistung

Der Standort an der Hebelstrasse vermag heute schon nicht mehr alle Rettungsfahrzeuge unterzubringen. Sieben von 27 Wagen müssen extern parkiert werden. Deren Pflege muss wegen Platzmangel mit offenen Türen zum Innenhof erfolgen. Ausserdem ist das Gebäude unzureichend erdbebensicher. Neben der notwendigen Sanierung und dem Umbau wird der zweite Standort beim Zeughausareal die Gefahr mindern, dass bei einer Krisensituation Einsätze nicht gewährleistet werden können. Wird der eine Standort beschädigt, wäre der andere weiterhin einsatzfähig.

Auch könnte damit die Einsatzgeschwindigkeit erhalten werden. Die Sanität Basel ist gemäss Vorgaben verpflichtet, bei 90 Prozent der Notfalleinsätze innerhalb von 15 Minuten vor Ort zu sein. In den Jahren 2014 bis 2018 hat sich die Erfüllung dieser Vorgabe verschlechtert und ist von 96 auf 93 Prozent gesunken, was nicht nur mit der Zunahme an Einsätzen zu tun hat, sondern auch mit der Verkehrszunahme. Die Regierung geht davon aus, dass die Vorgabe ab 2025 gar nicht mehr eingehalten werden könnte.

Die Zwei-Standort-Strategie soll demnach ermöglichen, die Reaktionsgeschwindigkeit der Einsatzkräfte zu verbessern. Die Regierung beantragt auch, Personalbestand und Fahrzeuganzahl aufzustocken. Bis 2025 soll die Sanität Basel 134 Mitarbeitende zählen. Bisher arbeiteten 118 Personen beim Rettungsdienst. Auch sollen fünf zusätzliche Fahrzeuge die bisherigen verstärken. Die Notrufzentrale an der Hebelstrasse wird zudem geschlossen und in diejenige der Feuerwehr im Lützelhof integriert.

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