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Mehr Profis und die Politik entmachten? Basler MCH Group wehrt sich vehement für ihre Kantonseigner

Ein Grossaktionär fordert mehr Kompetenz und weniger Politik im Verwaltungsrat der MCH Group.

Ein Grossaktionär fordert mehr Kompetenz und weniger Politik im Verwaltungsrat der MCH Group.

Der Messeveranstalter MCH Group hält die von einer Aktionärsgruppe verlangte ausserordentliche Generalversammlung am 29. Januar 2020 in Basel ab. Der Verwaltungsrat beantragt der GV aber, alle Anträge der Gruppe AMG abzulehnen. Dies teilt die MCH am Donnerstag mit.

Wirtschaft Die Unzufriedenheit einer Investorengruppe mit der Basler MCH Group AG ist gross. Kritik wurde unter anderem an Führung und Strategie des angeschlagenen Schweizer Messe-Unternehmens mit Sitz in Basel laut. Nun erfüllt die MCH Group eine rechtmässige Forderung der AMG Fondsverwaltung AG: Das Unternehmen lud am Donnerstag zu einer ausserordentlichen Generalversammlung am 29. Januar ein.

Die Forderungen der AMG-Gruppe von Ursula Lee, Erhard Lee und der LLB Swiss Investment AG gehen weit. So verlangen die Investoren die Offenlegung von Geschäftsbüchern und eine Sonderprüfung zur Strategie des gesamten Unternehmens. Damit einher geht auch die Forderung nach einer Entmachtung der Kantone Basel-Stadt und Zürich im Verwaltungsrat. Zurzeit dürfen nur die an der MCH Group beteiligten öffentlich-rechtlichen Körperschaften mehr als fünf Prozent der Stimmrechte auf sich vereinen. Diese bestimmen auch sechs der elf Verwaltungsratsmitglieder.

Grosser Unmut über die Zukunft des Konzerns

Der Konflikt zwischen Investoren und Verwaltungsrat zeigt, wie gross der Unmut über die Zukunft des Messekonzerns ist. Seit den massiven Gewinneinbrüchen 2017 und 2018 sowie der dramatischen Verkleinerung der Baselworld wurde auch politisch mehrfach die Rolle der Kantone im Führungsgremium des international tätigen Konzerns in Frage gestellt. Ebenso ist klar, dass das traditionelle Messegeschäft – also die Flächenvermietung am Austragungsort von Messen – zunehmend unter Druck gerät. Nicht nur musste mit der Baselworld das Flaggschiff des Messegeschäfts neu konzipiert werden, auch stellte die MCH Group lokale Messen ersatzlos ein, zuletzt die in Basel zwar beliebte, aber während Jahren immer schwächer besuchte Muba.

Der Verwaltungsrat der MCH Group lehnt alle Vorstösse der Investoren ab. Dies begründet sie unter anderem damit, dass mit einer Offenlegung der Bücher die Wahrung der Geschäftsgeheimnisse der MCH Group und der Vertragspartner nicht mehr gewährleistet sei. Dass zudem in die Aktionärs- und Gesellschaftsstruktur eingegriffen wird, lehnt der Verwaltungsrat kategorisch ab. Nicht nur sei dies historisch gewachsen, auch würden damit «Entwicklung und Stabilität» der Gruppe gefährdet.

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