Seit letztem Oktober läuft an der Kreuzung Elsässerstrasse/Hüningerstrasse ein Pilotversuch zur Verkehrslenkung: Die Lichtsignalanlage hält die Grünphasen kurz, die stadteinwärts fahrenden Autos stehen länger vor dem Rotlicht. Damit will das zuständige Bau- und Verkehrsdepartement den Verkehrsfluss dosieren und Staus verhindern.

Das funktioniert zumindest ein bisschen: Die Dosieranlage habe geholfen, den Rückstau aus dem Wohngebiet in weniger empfindliche Gebiete zu verlegen. Dies schreibt das BVD in einer gestrigen Mitteilung. Die gewonnenen Erkenntnisse will das Departement in ein Verkehrslenkungskonzept einfliessen lassen.

Es dringt jedoch durch, dass sich die Verantwortlichen eigentlich mehr versprochen hatten. Die Wirkung sei beschränkt: «Bei normalem Verkehrsaufkommen hat sich die Fahrzeit des dosierten Verkehrs praktisch nicht verändert.» as führt zur Erkenntnis, dass eine rein städtische Verkehrslenkung die Ziele der Verwaltung nicht erreichen kann: «Eine wirkungsvolle Verkehrslenkung kann nicht an der basel-städtischen Kantonsgrenze enden.»

Bürgerliche Häme

Für den Basler Gewerbeverband ist das eine Steilvorlage. «Ausser Spesen nix gewesen», kommentiert dieser auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schnippisch. Es sei sinnvoller, die Kapazität auf den Hauptverkehrsachsen sicherzustellen und so die Wohnquartiere zu entlasten, schreibt der Verband, der seinerseits zwei Volksinitiativen in der Verkehrspolitik im Köcher hat. In die selbe Kerbe schlägt auch FDP-Präsident Luca Urgese. Er kritisiert das BVD für das Durchführen eines Pilotprojekts mit absehbaren Erkenntnissen.