Zoll
Mehr Waffenschmuggel bei der Nordwestschweizer Grenzwache im 2012

Schweizer Zoll und Grenzwache haben 2012 auch an der Nordwestgrenze steigende Zahlen verzeichnet. Die Zolleinnahmen der Zollkreisdirektion Basel überschritten erstmals die 8-Milliarden-Grenze. Die Grenzwache hatte unter anderem mit mehr Waffenschmuggel und Migrationsdruck zu tun.

Merken
Drucken
Teilen
123'470 Warenabfertigungen zählte die Grenzwache im vergangenen Jahr. (Symbolbild)
3 Bilder
Die Nordwestschweizer Grenzwache hatte 2012 mehr zu tun
Die Zolleinnahmen stiegen auf 8 Millionen Franken. (Symbolbild)

123'470 Warenabfertigungen zählte die Grenzwache im vergangenen Jahr. (Symbolbild)

Grenzwache und Zoll Basel

Nach der Präsentation der landesweiten Zahlen am Vortag legten am Mittwoch auch die Zollkreisdirektion und das Grenzwachtkommando in Basel ihre Bilanz des vergangenen Jahres vor. Rund 15 Millionen Verzollungen wurden 2012 im Zollkreis an der Landesgrenze zwischen Roggenburg BL und Kaiserstuhl AG vorgenommen.

Die Zolleinnahmen stiegen dabei um 4 Prozent auf rund 8 Milliarden Franken. Davon entfielen 6,6 Milliarden Franken auf die Mehrwertsteuer, 0,5 Milliarden Franken auf Zollabgaben und 0,33 Milliarden Franken auf die Automobilsteuer, wie Zollkreisdirektor Heinz Engi vor den Medien sagte.

Die Anteile des Zollkreises am landesweiten Aufkommen blieben hoch mit 53 Prozent beim Import, 55 Prozent beim Export und 38 Prozent im Transit. Grund ist laut Engi, dass die Region Grenzübergänge von drei Hauptverkehrsträgern - Strasse, Schiene und Flugverkehr - aufweist. Zudem ist Basel/Weil am Rhein, wo jährlich eine Million Lastwagen abgefertigt werden, der grösste Schweizer Übergang.

Mehr Waffenschmuggel

Im Kampf gegen den organisierten Schmuggel bearbeitete die Zollfahndung des Kreises über 300 Strafverfahren und über 80 Amts- oder Rechtshilfegesuche aus dem Ausland. Dabei forderte sie Abgaben von über 10 Millionen Franken (2011: 4 Millionen) ein und sprach Bussen von gegen 2,4 Millionen Franken (0,8 Millionen) aus. Ein grosser Teil betraf den Fleisch- und Lebensmittelschmuggel.

Einen starken Anstieg verzeichneten Zoll und Grenzwache zudem bei der illegalen Waffeneinfuhr. Der Zoll ermittelte im Kleinsendungsverkehr unter anderem mit mobilen Röntgengeräten 106 Fälle (Vorjahr: 17). Grenzwächter fanden bei Kontrollen in 382 Fällen - 129 Fällen mehr als 2011 - verbotene Waffen.

Mehr falsche Papiere

Eine starke Zunahme gabs auch bei den gefälschten Ausweisen, wie Roger Zaugg, Kommandant der Grenzwachtregion, sagte: 326 mal, 86 mal mehr als 2011, wurde versucht, Grenzwächterinnen und Grenzwächter mit falschen Papieren zu täuschen.

Zugenommen hat ebenso der Drogenschmuggel. Mit 425 Fällen, 96 mehr als im Vorjahr, hatte die Grenzwache zu tun; dabei wurde weniger Kokain und Cannabis gefunden, aber mehr synthetische Drogen. Eine Verdoppelung der Menge verzeichnete zudem mit über 25 Kilo der Zoll allein am Flughafen Basel-Mülhausen; 7,7 Kilo davon waren Kokain.

Mehr Migrationsdruck

Den steigenden Migrationsdruck verspürte zudem die Grenzwache nun auch in der Nordwestschweiz, wenn auch auf tieferem Niveau als im Tessin, wie Zaugg sagte. So stiegen die Zahl der Asylsuchenden um 106 auf 190, jene der Fälle von illegalem Aufenthalt in der Schweiz um 663 auf 969 und die Zahl der Wegweisungen um 217 auf 592.

Der Einkaufstourismus, der in den letzten zwei Jahren stark angestiegen war, stagnierte im übrigen auf hohem Niveau: 123'470 Warenabfertigungen zählte die Grenzwache, 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Erneut angestiegen - um 32,9 Prozent auf 11'934 Fälle - ist die Zahl der Selbstdeklarationen an nicht besetzten Grenzübergängen.

Sorgen für die Zukunft bereiten Engi und Zaugg insbesondere der organisierte Schmuggel und die grenzüberschreitende Bandenkriminalität, wie sie weiter sagten.