Mein Leben im Dreiland
Drey Länder, ei Sprooch

Der Literarische Abend der Elsass-Freunde Basel feiert am Donnerstag, den 10. November, sein zwanzigjähriges Bestehen.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Der elsässische Autor und Aktivist Pierre Kretz tritt in Basel auf.

Der elsässische Autor und Aktivist Pierre Kretz tritt in Basel auf.

zvg

Für den elsässischen Journalisten und Dialektautor Jean-Christoph Meyer sind sie die Botschafter des Elsass in Basel. «Es ist wichtig, dass die Öffnung gegenüber dem Dreiland nicht nur von der Politik praktiziert wird», betont er. Die Rede ist vom Kulturverein Elsass-Freunde Basel, bei dem Meyer selber im Vorstand ist.

Am 10. November organisiert der Verein wieder seinen jährlichen Literarischen Abend. «Dann erhalten Künstlerinnen und Künstler die Gelegenheit für eine grenzüberschreitende Performance», freut sich Stephan Lüthi, ebenfalls im Vorstand. Der Abend, der um 18.30 Uhr im Zunftsaal des Basler Schmiedenhofs stattfindet, steht unter dem Motto «Alemannisch – Drey Länder, ei Sprooch».

Für das Elsass als administrative Einheit

Das Duo Wunderkram aus dem Schweizer Laufenburg spielt «temperamentvolle Lieder und Eigenkompositionen, die berühren», wie es in der Vorschau heisst. Sandhya Hasswani ist in Bad Säckingen geboren und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr literarisches Schaffen, auch in Mundart. Pierre Kretz aus dem Elsass engagiert sich dafür, dass das Elsass wieder eine administrative Einheit wird und liest aus seinem neuen Buch «Ich wàrt uf de Theo».

Der Literarische Abend feiert dieses Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Ins Leben gerufen hat ihn Jürg Burkhardt, von 2003 bis 2007 Präsident – damals mit der Idee, etwas gegen die Überalterung zu tun. Das Problem gibt es auch heute noch.

Zu den Hoch-Zeiten 700 Mitglieder

Der Verein, der Mitte der achtziger Jahre in der Aufbruchszeit rund um das Elsässer Freilichtmuseum Ecomusée entstanden war, hatte zu seinen Hoch-Zeiten um die 700 Mitglieder. Heute sind es noch rund 300. «Die Abgänge und Zugänge sind aber ziemlich ausgeglichen», betont der langjährige Präsident und ehemalige Basler Staatsschreiber Robert Heuss. Er ist überzeugt, dass viele wegen dem Elsässisch im Verein sind und Freude am Dialekt haben. Auch die sozialen Kontakte durch zahlreiche Ausflüge und Essen seien wichtig.

Das Engagement für das Alemannisch ist nicht neu. Bereits 2011 hatte es zum 25 Jahr-Jubiläum ein Symposium zum Dialekt gegeben, an Pfingsten 2022 dann eines in Weil am Rhein. Nächstes Jahr soll, organisiert vom Elsässer Edgar Zeidler, eine weitere Veranstaltung in Colmar folgen.