Borussia Dortmund oder der FC Bayern München. So wird der Deutsche Meister heissen. In England wird der Champion aus Manchester kommen. Die Frage ist, ob es United oder die City ist. In Frankreich will Paris St.-Germain endlich wieder den Landestitel feiern. Einziger Störfaktor ist Montpellier.

In Italien wird entweder die AC Milan oder „La Vecchia Signora" (Juventus) den Scudetto holen. In Spanien kann „el campión" nur Real Madrid oder FC Barcelona heissen. Und in Portugal lautet das Zweier-Duell FC Porto oder Benfica Lissabon. In der Schweiz gibt es kein „entweder oder", sondern lediglich ein „nur". Denn nur der FC Basel kann Meister werden.

Zurückhaltung gegen Aussen

Natürlich würde das rot-blaue Umfeld, angefangen von der Klubleitung über den Cheftrainer Heiko Vogel bis zu den Aktiven und Pressechef, niemals sagen, „jawohl, wir werden sicher Meister".

Auch Rot-Blau zeigt Demut und Respekt vor den Rivalen. Im Wissen, dass die Konkurrenz - zumindest in einem Dauer-Wettbewerb - völlig chancenlos ist, die Basler an Meistertitel zu hindern. Dies dürfte sich in den nächsten Jahren noch mehr akzentuieren, denn die Schere zwischen dem FCB und dem Rest der Super League wird nicht kleiner, sondern immer grösser.

Der Schweizer Vorzeigeklub, der als einziger im letzten Jahrzehnt auf europäischem Parkett mehrmals bestanden hat, bewegt sich auf den Spuren von Rosenborg Trondheim, das zwischen 1992 und 2006 gleich 13 Mal (von möglichen 16 Titel) norwegischer Meister war. Darunter von 1992 bis 1999 acht Mal in Serie.

Schafft dies Rot-Blau auch, so ist der Schweizer Meister bis zur Spielzeit 2016/17 jedes Jahr auf dem Barfüsserplatz am Feiern. Auch in Griechenland hat Olympiakos Piräus (der Klub, bei dem ex-FCB-Goalie Franco Costanzo nicht genügte...) von den letzten 15 Meisterschaften deren 12 gewonnen.

Ab und zu darf auch Panathinaikos Athen den Meisterkübel in die Höhe stemmen. Zwischen 2003 und 2007 feierten die Rot-Weissen sieben Titel in Folge. Dies gelang in Frankreich auch Olympique Lyon, das von 2002 bis 2008 ebenfalls sieben Mal in Serie die Ligue 1 dominierte.

Es gibt auch Gefahren

Eine Alleinherrschaft ist aber gefährlich. War Rosenborg Trondheim in den 90er-Jahre stets in der Champions League vertreten, so fehlen nun die Norweger seit ein paar Jahren.

Olympiakos spielt Jahr für Jahr die Gruppenspiele, da der hellenische Champion ohne Qualifikationsspiele gesetzt ist. Doch nach sechs Spielen verabschiedet sich Olympiakos in der Regel als Gruppenletzter. Und auch Lyon hat viel von seiner einstigen Stärke eingebüsst. Heuer war der zypriotische Meister APOEL Nicosia im Achtelsfinale der Königsklasse zu stark für die Franzosen.

Dennoch gibt Rot-Blau seit dem Einzug in den St. Jakob-Park das nationale Double und europäische Überwintern als Saisonziel an. Zurecht und völlig realistisch. Wie sagte doch Trainer Heiko Vogel gestern im Vorfeld zum Meisterschaftsspiel gegen Servette. „Wir wollen immer unsere Spiele in der Axpo Super League gewinnen.

Und so schnell wie möglich den Titel unter Dach und Fach bringen". Wir tippen, dass dies kurz nach Ostern, und noch im Monat April, sein wird. Das ist keine gewagte Prognose oder gar Voraussehung, sondern die Realität im Schweizer Fussball.