Neubau
Meret Oppenheim Hochhaus steht: Warum jetzt das Zugfahren billiger wird

Das Meret Oppenheim Hochhaus am Bahnhof SBB ist aufgerichtet. Noch sind mehr als die Hälfte der Wohnungen zu haben. Doch die künftigen Mieter werden sich die Wohnung mit eigenwilligen Stütz-Betonpfosten teilen.

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Meret Oppenheim Hochhaus
18 Bilder
Das Meret Oppenheim Hochhaus schiesst in die Höhe und bietet viel edlen Wohnraum...
Begrüssung von Regierungsrat Wessel bei der Baustellenführung im Hochhaus.
Die Musterwohnung im 6. Stock.
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Sensationell ist die Aussicht, auch für Baudirektor Hans-Peter Wessels.
Der BIZ-Turm sieht gleich klein aus.
Über den Dächern von Basel...
Regierungsrat Hans-Peter Wessels (r.) und Alexander Muhm, Leiter Development SBB Immobilien
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Die ästhetische Aussenhülle des Meret Oppenheim Hochhauses erfordert Betonpfosten in den Wohnungen; teilweise störend, teilweise wie in der Visualisierung diskret versteckt.
Etwas prominente Pfeiler dominieren das Badezimmer...
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Baloise Baustelle und Roche Trum
5. Obergeschoss
Blick Bruderholzspital

Meret Oppenheim Hochhaus

Kenneth Nars

Was als Erstes auffällt beim Betreten der Musterwohnung im am Freitag aufgerichteten «Meret Oppenheim Hochhaus» sind die Betonpfeiler. Scheinbar willkürlich sind die rund 40 Zentimeter breiten Tragekonstruktionen über die Wohnfläche verteilt. Sie können entweder als störend, als Herausforderung beim Einrichten oder als «etwas Spezielles, das den Charme der Wohnungen ausmacht», empfunden werden. Letztere Aussage stammt von Alexander Muhm, Leiter Development bei der Eigentümerin SBB Immobilien. Nötig sind die Pfeiler wegen des ikonischen Erscheinungsbilds des 80-Meter-Turms von Herzog & de Meuron; weil es sich um gestapelte, also versetzte Geschosse handelt, sind die Fassaden kaum tragend und müssen von durchgehenden Betonpfeilern entlastet werden.

Ob der Erfolg auf dem Mietmarkt den raumprägenden Stützen oder der Wohnungsnot in Basel-Stadt, wie sie Bau-Direktor Hans-Peter Wessels beim gestrigen Medienrundgang angesprochen hat, zu verdanken ist, bleibt offen. Die Nachfrage scheint auf jeden Fall gross: Von den 153 Wohnungen ist fast die Hälfte bereits vermietet oder reserviert, bis zur Eröffnung im nächsten Frühling gehen die Eigentümer von einer Vollvermietung aus. «Wir bieten Wohnungen im mittleren Preissegment an perfekt erschlossener Lage direkt am Bahnhof», sagt Muhm. Damit meint er Monatsmieten zwischen 2000 Franken für eine 80-Quadratmeter-Wohnung im 6. Stock bis 8625 Franken für das 226-Quadratmeter-Penthouse im obersten 25. Stock.

Mieten vergünstigen Zugfahren

Das Geld, das die SBB mit ihren Immobilien einnimmt, fliesst zumindest teilweise zurück in den Personentransport – indem die Gewinne aus den Immobilien für den Unterhalt der Bahn-Infrastruktur verwendet werden. 150 Millionen Franken pro Jahr wird das Zugfahren dadurch billiger, sagt Muhm.

Das Geld, das die SBB mit ihren Immobilien einnimmt, fliesst zumindest teilweise zurück in den Personentransport – indem die Gewinne aus den Immobilien für den Unterhalt der Bahn-Infrastruktur verwendet werden. 150 Millionen Franken pro Jahr wird das Zugfahren dadurch billiger, sagt Muhm.

Beim Blick vom Dach des markanten Gebäudes fällt auf, dass weitere solche Projekte folgen könnten: Noch gibt es mehrere schlecht genutzte Flächen rund ums Bahnhofsgelände. Und noch etwas anderes ist Baudirektor Wessels beim Ausblick aus dem Baustellen-Fahrstuhl aufgefallen: «Wo sind die Solarzellen auf all den Dächern?», fragte er den SBB-Vertreter.

In etwa gleich viel Fläche wie die Wohnungen nehmen die Büro- und Restaurationsflächen ein; wobei mit der Kultur- und Wissenschaftsredaktion von SRF ein einzelner Mieter bereits knapp die Hälfte belegt. Im untersten Stockwerk eröffnet ein Tibits-Restaurant, das auch den neugestalteten Meret Oppenheim-Platz nutzen wird. Als optischer Blickfang entsteht dort der zweitgrösste Brunnen der Stadt, gefertigt nach einer Vorlage der auch dem Turm namensgebenden Basler Künstlerin Meret Oppenheim. Die Fertigstellung des Platzes ist auf nächsten Sommer vorgesehen. Weil der Platz öffentlich zugänglich ist, konnte für die Gestaltung der Mehrwert-Abgabefonds angezapft werden – obwohl der Boden der SBB gehört. «Wobei wir nicht alles Geld, das die SBB für die Verdichtung in den Fonds einbezahlt, auf diesem Platz verbauen können», sagt Wessels.

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