Bis in zwei Jahren soll das Gundeldingerquartier beim Bahnhof einen neuen Platz und ein neues Wahrzeichen erhalten: Ein kreisrunder, grosser Brunnen mit einer Statue von der Künstlerin Meret Oppenheim. Der Platz schliesst auf der einen Seite an die Passerelle an, auf der anderen Seite an das 80 Meter hohe Meret-Oppenheim-Hochhaus der Architekten Herzog und de Meuron. Dort wird künftig auch die SRF-Kulturabteilung hausen.

Schwebend, rätselhaft

Dass auf dem Platz ein Werk von Meret Oppenheim zum Zug komme, sei eigentlich fast zwingend, sagte Pierre de Meuron an einer Medienkonferenz. Und gewiss sei es eine Referenz an die Künstlerin, die Basel sehr verbunden war. Die scheinbar über dem Wasser schwebende Statue hat etwas Ambivalentes, Organisches – ein Wesen von einem fremden Planeten mit runden und quadratischen Augen? Sie wird sicherlich für Gesprächsstoff sorgen. Und für unzählige Fotosujets. Die Vorlage ist eine kleine Skulptur aus dem Jahr 1976 namens «Spirale (der Gang der Natur)».

Der Brunnen selbst: ein schiefer Teller, Durchmesser 19 Meter. Leicht schräg steht er auf dem leicht abschüssigen Platz. Am Brunnenrand: Sitzmöglichkeiten. «Es wird ein Aufenthalts- und ein Transitraum», kommentierte Andy Schönholzer, Landschaftsarchitekt des Büro Westpol.

Grosses Lob und etwas Kritik

Regierungsrat Hans-Peter Wessels und SBB-Entwicklungsleiter Alexander Muhm zeigten sich sehr erfreut über die überraschende Initiative der Architekten. Derzeit wird noch eine Giesserei für die 3,6 Meter hohe Bronzeplastik gesucht – keine einfache Sache, denn dieser Guss ist technisch sehr anspruchsvoll.

Nicht ganz glücklich ist Grossrat Oswald Inglin, der sich seit langem für das «Gundeli» einsetzt. Er findet zwar toll, dass das Quartier einen neuen Treffpunkt bekommt, vermisst aber, dass der Abgang zur künftigen Bahnhof-Unterführung nicht grosszügig mitgeplant worden sei. So verkomme der Zugang zu einem «Mauseloch» an der bahnhofnahen Ecke des Hochhauses. Die Planungsmöglichkeiten für den Unterführungszugang sind freilich sehr beschränkt. Unter der Meret-Oppenheim-Strasse liegt auch die künftige unterirdische Warenanlieferung für die Geschäfte im Bahnhof. Dabei wird die alte, heute stillgelegte Unterführung wieder in Betrieb genommen. Die SBB wird nächste Woche das Baugesuch einreichen, die Arbeiten sollen im Sommer 2017 beginnen. Der Kanton Basel-Stadt und die SBB als Grundeigentümerin werden sich die Kosten von rund einer Million Franken teilen. Der kantonale Beitrag wird über den Mehrwertabgabefonds finanziert. Für die Brunnenskulptur hat die SBB einen Finanzierungsantrag an den Swisslos-Fonds eingereicht.

Die Verwendung geschieht in Absprache mit den Erben von Meret Oppenheim. Die Velos bekommen künftig wieder Abstellplätze unter der Passerelle.