Basler Strafgericht

Messerstecherei bei Basler Kokaindeal: Es hagelt Landesverweise

Drei Männer wollten einen Kokain-Dealer beklauen. Das Ganze endete in einer Messerstecherei. (Symbolbild)

Drei Männer wollten einen Kokain-Dealer beklauen. Das Ganze endete in einer Messerstecherei. (Symbolbild)

Der Kokain-Deal ging total nach hinten los. Er endete in einer Messerstecherei. Die Beteiligten mussten sich vor Gericht erklären. Jetzt müssen vier von sechs der Verurteilten die Schweiz verlassen.

Die Sache lief völlig aus dem Ruder: Drei Luzerner ohne Geld wollten in Basel einen Kokaindeal einfädeln und dann den Stoff klauen, rechneten aber nicht mit Gegenwehr. Kurz vor Weihnachten 2017 griff der heute 22-jährige Haupttäter den Basler Dealer in dessen Wohnung mit Küchenmessern an und verletzte ihn schwer. Das Basler Strafgericht verurteilte den 22-jährigen Heizungsinstallateur deshalb am Donnerstag wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und drei Monaten. Der Mann ist in der Innerschweiz geboren und aufgewachsen, besitzt die kosovarische Staatsbürgerschaft und ist nicht vorbestraft. Dennoch verhängten die Richter einen Landesverweis von neun Jahren. Gerichtspräsident Lucius Hagemann sagte, der Mann habe mit seinen unkontrollierten Messerstichen den Tod seines Gegners in Kauf genommen.

Landesverweise haben wohl ein Nachspiel

Der 23-jährige Mittäter kam etwas glimpflicher davon, auch weil er der Aufforderung des 22-Jährigen nicht nachkam, einen der Männer abzustechen. Das Gericht befand, man könne ihm keinen Tötungsvorsatz nachweisen und verurteilte den mehrfach vorbestraften Mann wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren. Da er Schweizer ist, war ein Landesverweis bei ihm kein Thema.

Zwei weitere Männer, die den Deal damals eingefädelt hatten, erhielten Freiheitsstrafen von 25 und 16 Monaten, wobei hier teilweise noch andere Delikte dazukamen. Die Männer mit albanischer und serbischer Staatsbürgerschaft erhielten ebenfalls Landesverweise von sieben und sechs Jahren.

Auch der überfallene, 31-jährige Basler Dealer selbst muss wegen Drogenhandels für 16 Monate ins Gefängnis. Zwar erhält er von den Angreifern eine Genugtuung von 13'000 Franken, das Gericht stufte ihn wegen langer Arbeitslosigkeit aber als wirtschaftlich nicht integriert ein und verhängte einen Landesverweis von sechs Jahren.

Ein 34-jähriger Freund des Dealers mit Schweizer Pass leistete an jenem Abend quasi Dienst als «Security», er kam wegen Gehilfenschaft bei Drogenhandel mit einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 70 Franken davon. Auch er wurde verletzt, ihm wurde eine Genugtuung von 8000 Franken zugesprochen. Alle sechs Männer müssen auch Verfahrenskosten übernehmen, je nach Schwere der Delikte verhängte das Gericht Beträge zwischen jeweils 20'000 und 10'000 Franken. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, mehrere Männer dürften den Fall wohl wegen der Landesverweise weiterziehen.

An jenem Abend im Dezember 2017 ging es um 50 Gramm Kokain. Nach dem missglückten Überfall rief der Basler Dealer selbst die Polizei. Er hat sich wegen einer Armverletzung für eine Suva-Rente angemeldet, die Sozialversicherung sistierte bislang das Verfahren, um den Ausgang des Strafprozesses abzuwarten.

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