Basel
Metrobasel muss nach Austritten abspecken

Wirtschaftsvertreter befürchten, dass der Organisation die Mitglieder davonlaufen. Nach dem Ausstieg von Kanton und UBS musste das Budget bereits angepasst werden. Die Frage nach der Zukunft von Metrobasel drängt sich auf.

Nadine Böni
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Die Interessen der Region werden künftig von der Metropolitankonferenz vertreten. Ein Thema ist die Osttangente. jun

Die Interessen der Region werden künftig von der Metropolitankonferenz vertreten. Ein Thema ist die Osttangente. jun

Der Ausstieg des Kantons Basel-Stadt wurde diese Woche bekannt. Die UBS hat ihr finanzielles Engagement bereits auf Ende des vergangenen Jahres aufgekündigt. Und auch der Gewerbeverband Basel-Stadt unterstützt Metrobasel nicht mehr. Muss die Organisation nach dem Ausstieg von Basel-Stadt mit einem Massenexodus ihrer Mitglieder rechnen? Metrobasel-Direktorin Regula Ruetz winkt ab. Der Beitrag von Basel-Stadt – jährlich 75000 Franken – mache acht Prozent des Budgets aus.

«Das bedeutet, dass wir abspecken müssen», sagt Ruetz. Dennoch fügt sie an: «Ich habe Gründe, guter Dinge zu sein, was die Zukunft angeht.» Das Budget sei entsprechend angepasst worden, und trotz Einnahmeeinbussen könne Ende Jahr mit einem leichten Gewinn gerechnet werden. «Zwei Mitglieder haben ihren Beitrag sogar vergrössert», sagt Ruetz.

Malama setzt auf Konferenz

Trotzdem drängt sich die Frage nach der Zukunft von Metrobasel auf. Wirtschaftsvertreter aus der Region bezweifeln, dass die Organisation in ihrer heutigen Form noch eine Daseinsberechtigung hat. Allen voran Peter Malama, FDP-Nationalrat und Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt. Seit seiner berühmten Neujahrsrede 2010 setzt sich Malama für verbessertes Lobbying der Region im Bundeshaus ein. Mit Erfolg: Anfang 2012 wurde die Metropolitankonferenz Basel (MKB) ins Leben gerufen.

Damit kommt die MKB Metrobasel in die Quere. Denn die Regierung setzt auf die von Malama tatkräftig unterstützte Organisation. Metrobasel solle derweil vermehrt zur Denkfabrik werden, wie Sabine Horvath, Leiterin Standortmarketing im basel-städtischen Präsidialdepartement gestern gegenüber der «Basler Zeitung» bestätigte. Metrobasel nimmt diese Aussage mit «Erstaunen und Befremden» zur Kenntnis, wie es in einer Medienmitteilung schreibt. Als privatrechtlich unabhängige Organisation bestimme der Vorstand die Strategie und Partnerschaften selber.

Malama ist aber überzeugt, dass Umdenken gefordert ist. «Metrobasel muss sich fragen, inwiefern es nach dem Ausstieg von Christoph Koellreuter als Geschäftsführer eine Daseinsberechtigung hat», sagt er. «Koellreuter war gleich Metropol. Nach seinem Rücktritt wird es schwierig, das Projekt weiterzuführen», bläst Franz Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel ins gleiche Horn. Nach Koellreuters Rücktritt würden viele Unternehmen über ein Ende des Engagements bei Metrobasel nachdenken, weiss Saladin. Malama sieht im Ausstieg des Kantons gar «ein Zeichen an die anderen Unterstützer von Metrobasel».

Keine Fusion mit Regio Basiliensis

Eine Lösung für die Organisation sehen die beiden Wirtschaftsvertreter in einer Fusion mit Regio Basiliensis. Dieser Idee schiebt Metrobasel umgehend den Riegel: «Der Vorstand hat einstimmig beschlossen, seine Unabhängigkeit und Eigenständigkeit als Wirtschaftsorganisation beizubehalten und nicht mit der Regio Basiliensis zu fusionieren», schreibt er in seiner Mitteilung. Zwar hätten bereits Abklärungen zu einer Zusammenarbeit stattgefunden, bestätigt Regula Ruetz. «Die Suche nach Synergien ist bei dieser Fülle an Organisationen aber völlig legitim.» Für Metrobasel bleibe der Alleingang die beste Lösung.

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