Musik
Michael Jacksons Original-Handschriften lagern in einem Basler Tresor

Wer hätte das gedacht? Die Original-Handschriften von fünf der grössten Hits von Michael Jackson lagern in einem Basler Tresor.

Céline Feller
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Die original handgeschriebenen Lyrics von Michael Jacksons Hit «Smooth Criminal». Auf dem mittleren Bild ist der Refrain («you’ve been hit by, you’ve been struck by, a smooth criminal») unschwer zu erkennen.

Die original handgeschriebenen Lyrics von Michael Jacksons Hit «Smooth Criminal». Auf dem mittleren Bild ist der Refrain («you’ve been hit by, you’ve been struck by, a smooth criminal») unschwer zu erkennen.

ZVG/www.artlima.ch

«Billie Jean», «Black or White» und «Smooth Criminal». Es sind drei der berühmtesten Songs von Michael Jackson – und auch drei der grössten musikalischen Triumphe seiner Karriere. Die dazugehörigen Tänze haben Geschichte geschrieben. Sowohl der erstmals zu «Billie Jean» gezeigte Moonwalk als auch der im Videoclip zu «Smooth Criminal» zu sehende Anti-Gravitations-Trick.

Doch ganz am Anfang all dieser Songs und Tänze stehen die Lyrics, also die Songtexte, die Jackson von Hand aufgeschrieben hat. Es sind Zeitdokumente der Musikgeschichte und von Jacksons Lebens- und Schaffensgeschichte. Und fünf Stück davon liegen in Basel. Es sind jene oben genannten Songs, plus zwei weitere. Es handelt sich um «Bad» und «What more can I give», so Dieter Wiesner, langjähriger Manager, engster Vertrauter und Besitzer der Dokumente, der sie an einem sicheren Aufbewahrungsort hinterlegt hat. In einem Tresor in Basel, über den niemand sagen will, wo er genau ist. Wiesner bestätigt jedoch Basel als Aufbewahrungsort gegenüber der bz. Wie gut sie verstaut sind, zeigt auch die Aussage von Jean-Daniel Keller, der mit seiner Artlima AG die Rechte besitzt, Original-Handschriften zu verkaufen: «Um an die Originale heranzukommen, bräuchte ich etwas Zeit.» Es darf mit einem Aufwand von mehreren Stunden gerechnet werden.

3 Millionen für Musikgeschichte

Doch wieso liegen die Songs ausgerechnet in Basel? «Das hat nicht speziell mit Basel zu tun, aber in der Schweiz liegen sie einfach sicher», so Wiesner. Denn die handgeschriebenen Lyrics haben, wie Wiesner sagt, einen solch grossen finanziellen Wert, dass man sie unmöglich einfach in einem Büro aufbewahren könnte. Dies bestätigt auch Keller. «Das Original von ‹Smooth Criminal› kostet drei Millionen Franken. Bislang gab es niemanden, der es erwerben wollte.» Ernsthafte Interessenten dürften sich die Handschriften vorab ansehen, bevor sie sie erwerben.

Jacksons Fingerabdrücke

Zu sehen bekommen würden sie dabei aus erster Hand, wie Michael Jackson seine Songs kreierte. Die Dokumente sind voller Fingerabdrücke des verstorbenen King of Pop. Neben den für seine Texte gewählten Worte zeigen sie ausserdem die Melodien, die sich Jackson ausgedacht hatte. Anhand von Linien, die er unter seine Worte malte, ist vermerkt, an welchen Stellen die Songs schneller und an welchen sie langsamer sein sollen.

Auch bei den anderen vier Originalen hat Keller als Projekt Manager das Recht, sie zu verkaufen. All dies geschieht im Auftrag von und in Absprache mit Wiesner.

Neben den fünf sensationellen Handschriften vertreibt die Artlima AG noch Lithografien von «Billie Jean». Die Steindrucke wurden in Ost-Deutschland angefertigt. «Es sind hochqualitative Vervielfältigungen des Originals», so Keller. Die Lithografien sind Limited Editions, es existieren lediglich 3000 davon, ein Exemplar kostet 1000 Franken. Verkauft hat Keller in seinen Augen noch zu wenige davon. Am beliebtestens seien die Lithografien, die jeweils mit dem Wappen eines der 30 Länder versehen sind, in denen die «HIStory»-Tour gastierte, in Japan und Brasilien. «Von jedem der 30 Länder gibt es jeweils sieben Exemplare.»

Während Keller die Lithografien gerne bis im nächsten Jahr verkauft hätte, eilt die Zeit bei den Originalen nicht so, auch wenn der beträchtliche Erlös an die Artlima AG gehen wird.

Jackson-Ausstellung in Basel?

Sollten die Originale keine Abnehmer finden, hätte Wiesner eine andere Idee, was man damit machen könnte: «Ich habe so viel Memorabilia von ihm, dass man sich mal überlegen könnte, eine Ausstellung zu machen.» Einen bestimmten Ort hat er dafür nicht im Kopf. «Wenn es um Michael Jackson geht, kann man sich das überall vorstellen.» Wieso also nicht in Basel, wenn ein Teil ja bereits hier ist.

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