Wer auf Wohnungssuche geht, muss mit hohen Mieten rechnen. Das hat das Immobilienportal Homegate nun mit Zahlen bekräftigt. Schweizweit seien die Mieten im Vergleich zum letzten Jahr um 2,14 Prozent gestiegen. Nicht ganz so dramatisch wie beispielsweise in Zürich (Anstieg von 2,74 Prozent) präsentiert sich die Situation in den beiden Basel. Hier sind die Mieten um 1,15 Prozent angestiegen. Im Vergleich zum Vormonat Mai sind im Juni die Mietpreise um 0,19 Prozent gar leicht zurück gegangen.

Eine Aussage von Homegate, die Patrizia Bernasconi vom Mieterverband Basel-Stadt so nicht teilen kann. «Auch bei uns in Basel ist die Situation prekär. Neubauten sind auch hier meist teurer, bei sanierten Wohnungen steigt die Miete. Zudem hat Homegate nur die bei ihnen inserierten Immobilien miteinberechnet.» Bernasconi geht sogar so weit und warnt vor einer gleichen Entwicklung wie in Zürich. «Basel ist in der Entwicklung der Mietpreise immer etwa fünf Jahre hinter Zürich. Was heute in Zürich passiert, wird in Basel in gut fünf Jahren so sein.»

Mehr Neubauten und Sanierungen

Urs Thrier vom Mieterverband Baselland sieht den Unterschied zwischen Zürich und der Region Basel darin, dass in der Region Basel noch etwas mehr Bauland zur Verfügung stehe und auch mehr Neubauten erstellt werden. Allerdings schwappe eine grosse Sanierungswelle über die Blockbauten in den Agglomerationsgemeinden, welche die Mietpreise weiter in die Höhe treibt.

Beide Mieterverbände empören sich darüber, denn eigentlich müssten momentan - bei diesen tiefen Zinsen - auch die Mietpreise sinken. Dies sei jedoch nicht der Fall. Die Vermieter würden die Differenz selber einstreichen und geben sie nicht an die Mieter weiter.

Andreas Zappalà, Geschäftsführer des Hauseigentümerverbandes Basel-Stadt, kontert: «Nicht alle Vermieter haben diese tiefen Zinsen. Viele haben eine Fest-Hypothek, die sich in der Laufzeit befindet. Von einstreichen darf man also nicht reden.» Auch was die Entwicklung der Mietpreise betrifft, sieht Zappalà nicht schwarz: «Es wird sicher weitere Erhöhungen geben, aber alles im Rahmen der normalen Teuerung.»

Zappalà hofft darauf, dass der Wohnungsbau gefördert wird. Dies würde die Situation weiter beruhigen. Das verlangt auch der Gegenvorschlag zur Verfassungsinitiative «Bezahlbares und sicheres Wohnen für alle!». Die Verfassungsinitiative, eingereicht vom Mieterverband, fordert die Unterstützung von sozialem Wohnungsbau und Mietzinszuschüsse. Zur Abstimmung kommt es am 22. September.