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Mieterverband rettet das Mister-Wong-Haus

Am Steinenberg 21 und 23 sind die Schnellrestaurants City Liner und Café Damas einquartiert. Foto: M.Toengi

Am Steinenberg 21 und 23 sind die Schnellrestaurants City Liner und Café Damas einquartiert. Foto: M.Toengi

Das Jugendstil-Ensemble mit seinen Schnellrestaurants und den günstigen Wohnungen darf vorerst nicht abgerissen werden.

Etappensieg für Heimatschutz und Mieterverband: Das vom Abriss bedrohte Jugendstil-Ensemble, das sich um das Puppenhausmuseum gruppiert, bleibt vorerst stehen. Die Baurekurskommission hat eine Einsprache des Basler Mieterverbands (MV) gegen den Abbruch der Häuser gutgeheissen, wie Letzterer mitteilt.

Die Warteck Invest AG will dort mit einem teilweisen Abbruch und einer Auskernung der Häuser Büros und Luxuswohnungen schaffen. Der Mieterverband jubelt: Damit bleibt bezahlbarer Wohnraum im Stadtzentrum bestehen. Und beim Heimatschutz freut man sich über den Erhalt der markanten Häuser und damit eines Stücks Stadtgeschichte.

Mieterverband wurde übergangen

Als architektonisch wertvoll gilt vor allem das von einem Münchner Architekten 1897 gebaute Haus an der Steinenvorstadt 1A: Wo heute in der Filiale von Mister Wong täglich Hunderte asiatische Reisgerichte verspeist werden, floss einst in der «Alten Bayrischen Bierhalle» der Gerstensaft. Speziell sind zudem die Fassadenmalereien, die auch an einem der beiden Steinenberg-Gebäude zu bestaunen sind.

Die Gründe, die zum Entscheid der Baurekurskommission geführt haben, sind noch unklar: Sie werden den Parteien demnächst mitgeteilt. Die Einsprache erfolgte sowohl aus formellen Gründen – dem MV wurde angeblich rechtliches Gehör verweigert – als auch aus materiellen: Der Verband pocht auf den Schutz bezahlbaren Wohnraums, wie er im kantonalen Abbruchschutzgesetz verankert ist. Sollte die Baurekurskommission die Einsprache materiell gutgeheissen haben, wäre dies politisch brisant: Mit der kürzlich präsentierten Wohnraumstrategie will Regierungspräsident Guy Morin nämlich dieses Gesetz abschaffen.

Wie lange die Häuser stehen bleiben können, ist dennoch unklar: Die Warteck Invest könnte den Entscheid der Kommission ans Verwaltungsgericht weiterziehen – oder auch ein neues Bauprojekt vorlegen.

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