Auf die drei eisernen Schwerter sind die Archäologen und Studenten der Uni Basel besonders stolz. Während zehn Jahren haben sie in Süditalien gegraben, gemessen und gepinselt – und bis jetzt 33 Gräber von Frauen, Männern und Kinder freigelegt. Sie stammen aus einer Zeit, als die ersten Griechen und Orientalen vor rund 3000 Jahren in der Region ankamen. Beigaben wie Gefässe, Statuetten, Schmuck und Waffen zeugen nicht nur von der Lebensweise der lokalen Bevölkerung; sie dokumentieren auch den Kulturaustausch mit den Migranten.

Süditalien war schon in der Antike eine Drehscheibe für Migration. Und die eisenzeitliche Siedlung von Francavilla Marittima spielte dabei eine Schlüsselrolle als Kontaktort zwischen Einheimischen sowie Händlern und Kolonisten. «Wir haben anfangs starke Gegensätze vermutet», sagt Ausgrabungsleiter Martin Guggisberg. Doch weit gefehlt: Es fand ein reger kultureller Austausch statt, der in Süditalien zur schrittweisen Etablierung einer neuen griechischen Ordnung führte.

Hinweise auf das Ineinandergreifen von Althergebrachtem und Neuem entdeckten die Basler Forscher etwa im Grab eines lokalen Machthabers. Unter den Beigaben fanden sich Gefässe und Schalen, die nach Griechenland weisen und belegen, dass die heimische Bevölkerung neue Trink- und Kulturpraktiken übernommen hatte.

Rund 70 Studierende haben im Laufe der Jahre an der Lehrgrabung mitgewirkt und dabei den Umgang mit Pickel, Kelle und Pinsel erlernt, genauso wie mit modernster Vermessungstechnologie und digitaler Dokumentationsmethoden. Ergebnisse und Methoden des Projekts werden nun in einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek präsentiert, die am Freitag eröffnet wird.

   

«Kulturen im Kontakt», bis 9. Juni