Das Gundeli ist eigentlich eine Coop-Hochburg. Hier stehen nicht nur verschiedene Filialen, sondern auch der schweizweite Coop-Haupsitz. Mitten im Quartier jedoch markiert der grosse Konkurrent Präsenz: die Migros-Filiale Gundelitor. Sie hat eine aufwendige Renovation hinter sich. An den letzten beiden Tagen wurde sie feierlich wiedereröffnet. Der Supermarkt wurde vom «Keller» ins Erdgeschoss geholt, Eingang und Parkhaus wurden neu gestaltet, es gibt ein modernes Selbstbedienungsrestaurant. «Das Gundelitor wird wieder zu einem ‹Quartiertreffpunkt›», schreibt die Migros Basel.

Kann ein gemeiner Supermarkt ein Quartiertreffpunkt sein? «Das Gundelitor war schon immer eine Art Quartiertreffpunkt. Hier treffen sich die Leute und reden miteinander», meint Dieter Wullschleger, Sprecher von Migros Basel nicht ohne Stolz.

Leute hatten Angst vor Wegzug

Als die Migros den M-Parc im Dreispitz eröffnete, fürchtete man sich im Quartier. Davor, dass der «orange Riese» sich auf seinen neuen Vorzeigesupermarkt konzentriert und sich endgültig aus dem Gundeli zurückzieht. Solche Gedankenspiele gab es, sagt Dieter Wullschleger heute: «Wir haben uns tatsächlich überlegt, ob wir bleiben wollen. Es gab andere Optionen.» Dazu muss gesagt werden, dass Migros das Gebäude an der Güterstrasse – wo unter anderem eine Migros-Bank, die Migros Klubschule und auch eine Filiale des zur Migros gehörenden Discounters Denner untergebracht sind – nicht gehört. «Viele Leute fragten sich: ‹Warum pflegt die Migros das Gebäude nicht?› Sie wussten nicht, dass die Migros nur Mieter ist», erzählt der Migros-Sprecher. Das heisst, dass die Supermarkt-Kette nicht einfach auf eigene Faust planen konnte, sondern sich erst mit dem Vermieter zusammensetzen musste. Dies im Gegensatz etwa zum Claramarkt im Kleinbasel, welcher vor einem Jahr umgebaut wurde und wo die Liegenschaft komplett im Besitz der Migros ist. Am Schluss war jedoch klar: «Doch, wir investieren», sagt Wullschleger.

«DDR-Groove» ist weg

Acht Millionen liess sich die Migros Basel den Umbau der 2-M-Filiale kosten. Tatsächlich ist der «DDR-Groove» von vorher weg, das Gundelitor wirkt durch und durch frisch und zeitgemäss. So kann man es auch wieder mit Coop aufnehmen, der an der Güterstrasse ebenfalls eine moderne Filiale betreibt.

Hat dies denn auch eine Rolle gespielt beim Entscheid, ins Gundelitor zu investieren, Herr Wullschleger? Zum grossen Konkurrenten möchte der Migros-Sprecher keinen Kommentar abgeben. Dass er es nicht dementiert, spricht doch auch für sich.