Herzstück
Milliardenprojekt stockt: Basler Grossräte wollen Ausbau der Margarethenbrücke vorantreiben

In der Vernehmlassung des Bundes zum Bahnausbau 2035 ist das Herzstück nicht enthalten. Davon aber solle sich die Basler Regierung nicht irritieren lassen, finden die Parlamentarier. Nun soll geprüft werden ob wenigstens die Margarethenbrücke vorzeitig erweitert werden kann.

Daniel Ballmer
Merken
Drucken
Teilen
Basler Grossräte fordern den raschen Ausbau der Margarethenbrücke.

Basler Grossräte fordern den raschen Ausbau der Margarethenbrücke.

Kenneth Nars

Noch liegt das Basler Herzstück in weiter Ferne. Die Basler Regierung soll aber keinesfalls abwarten und Tee trinken. Im Gegenteil: Unverzüglich solle sie den Ausbau der Margarethenbrücke an die Hand nehmen, fordern SP-Grossrat Jörg Vitelli und seine Mitstreiter aus fast allen Fraktionen. Im April hatten der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels und seine Baselbieter Amtskollegin Sabine Pegoraro die überarbeiteten Pläne für die milliardenteure Durchmesserlinie vorgestellt, die dereinst den Bahnhof SBB unterirdisch mit dem Badischen Bahnhof verbinden soll.

Wichtiger Bestandteil: Pläne für den Ausbau der Margarethenbrücke zu einem vollwertigen Bahnhofszugang. Stadtplanerisch biete dieser Platz neue Perspektiven, weil er Bahnhof und Innenstadt einander näherbringe. Die Gleise würden neu angeordnet, die Perrons verlängert und direkt mit der Brücke verbunden, die so ein neuer Umsteigepunkt auf den Nahverkehr werde.

Die zu einem Platz verbreiterte Margarethenbrücke (links) soll unter anderem die Passerelle im Bahnhof SBB entlasten.

Die zu einem Platz verbreiterte Margarethenbrücke (links) soll unter anderem die Passerelle im Bahnhof SBB entlasten.

zvg

Ausbau sogar zwingend

Der Haken an der Sache: In der Vernehmlassung des Bundes zum Bahnausbau 2035 ist das wichtigste öV-Projekt der Region wegen mangelnder Baureife nicht enthalten. Davon aber solle sich die Regierung nicht irritieren lassen, finden die Parlamentarier. Um im Bahnknoten Basel schrittweise Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr zu erreichen, sei ein baldiger Neubau der Margarethenbrücke mit dem angedachten Margarethenplatz naheliegend. Mit dem Ausbau der Bahn Richtung Flughafen und Frankreich sei ein Neubau sogar zwingend, damit normale Doppelstockzüge verkehren können.

Gleichzeitig entstehe mit dem neuen Platz ein attraktiver Umsteigepunkt für die Tramlinien 1 und 8. «Damit würde sich ein Umweg für viele Passagiere über den Centralbahnplatz erübrigen», argumentiert Vitelli. Gleichzeitig würde ein attraktiver Westzugang zu den Perrons die Passerelle entlasten, was zu einer besseren Verteilung der Bahnkunden beitragen würde.

Bei der Regierung dürfte das Anliegen aus dem Grossen Rat im Grundsatz offene Türen einrennen. Denn auch SP-Regierungsrat Wessels hatte die Pläne beworben: Mit dem Ausbau der Brücke wären gleich mehrere Anliegen umzusetzen. So könne der Bahnhof SBB besser an die Innenstadt angebunden werden. Gleiches gelte für das Gundeldingerquartier. Zudem werde die Passerelle im Bahnhof entlastet, erklärte auch der Verkehrsdirektor.

Der Basler Regierungsrat solle nun prüfen, ob der Umbau der Margarethenbrücke als «Baustein» im Projekt Bahnknoten Basel vorgezogen werden kann. «Das schafft weder ein Präjudiz, noch verhindert es zukünftige weitere Ausbauschritte», ist Verkehrspolitiker Vitelli überzeugt.