Frau Ballmer, die Bevölkerung will nichts wissen von Stadtrandentwicklung. Wie soll jetzt mehr Wohnraum entstehen in der Stadt?

Mirjam Ballmer: Jetzt ist klar, dass man über die Bücher muss. Zum einen müssen wir ausloten, wie man das innere Potenzial besser nutzen kann, welches der Regierungsrat auch ausgewiesen hat. Es geht um mindestens 8000 Personen, die man in bereits bebautem Raum zusätzlich unterbringen könnte. Das wird aber nicht ganz einfach in der Erschliessung, weil das oft Private sind. Da muss man sich jetzt überlegen, wie man das besser ausnutzen kann. Ich würde auch nicht ausschliessen, dass man im Bereich des Projekts Stadtrandentwicklung Ost etwas machen kann, einfach nicht in dieser Grössenordnung. Den Leuten ist klar, dass es neuen Wohnraum in Basel braucht, aber mit Respekt, ökologisch und durchmischt.

Das Projekt hat nicht nur eine Bauzone umfasst, sondern auch eine Schutzzone. Wie wollen Sie den Schutz des Grüngürtels sicher stellen?

Wir haben immer gesagt, dass der versprochene Landschaftspark um die zwölf Hochhäuser herum wohl nicht so herausgekommen wäre. Es ist aber klar, dass diese Fläche als Grünraum, als grüne Lunge der Stadt ein grosses Potenzial hat, das heute noch nicht ausgeschöpft wird. Da müssen wir uns schon überlegen, welche Aufwertungsmassnahmen ergreifen kann.

Die Stadt hat die Erweiterung angenommen, Riehen hat sie abgelehnt. Ein Problem?

Es ist immer wieder so, dass Riehen Abstimmungen im Kanton dreht, das ist eine Realität, Riehen gehört zu unserem Kanton. Man kann daraus auch schliessen, dass die Stadt es sich durchaus bewusst ist, dass sie neuen Wohnraum braucht. Riehen wäre von diesem konkreten Projekt speziell betroffen gewesen. Aber auch Riehen ist sich bewusst, dass die Stadt mehr Wohnraum schaffen muss.

Neuer Wohnraum in überbauten Gebieten, zum Beispiel am Hafen?

Natürlich am Hafen sowieso.- Es ist ja schon ein überbautes Gebiet. Wir haben da kürzlich von der GP her eine Studie veröffentlicht, wir werden uns dafür einsetzen, dass die Entwicklung auf eine gute Art und unter Einbezug der Bevölkerung weitergeht. Die ganze Hafenentwicklung hängt auch an der Entwicklung des Hafens selbst.

Ein Problem sind die Visualisierungen, die eine Genauigkeit vorgaukeln, die es bei einer Zonenplanänderung nicht gibt.

Da müssen wir künftig zurückhaltender sein mit den Visualisierungen., Solche Bilder wirken stark, man hat oft kaum mehr Zeit, sie zu erklären. Ich empfehle Zurückhaltung bei Visualisierungen. Es ist klar, dass die Leute wissen wollen, wie es aussehen kann. Man muss aber die Überlegungen dazu mitkommunizieren.