Basel Tourismus

Missglückte Schnitzeljagd über die Messe Basel

Selfie vor der Lieblingsbahn.

Selfie vor der Lieblingsbahn.

Basel Tourismus lotst Besucher mit einer Rätseltour über die Herbstmesse – lässt uns jedoch ratlos zurück.

Schnitzeljagd! Das weckt Kindheitserinnerungen an spannende Erkundungstouren im Wald, das schmeckt nach Abenteuer und Spass. Basel Tourismus lockt mit einer solchen Schnitzeljagd über die Herbstmesse. Während viele Mäss-Attraktionen nicht gerade günstig sind, wollte die Tourismus-Direktion ein kostenloses Angebot schaffen, sodass auch portemonnaie-bewussten Besuchern ein bisschen Mäss-Spass vergönnt ist – am Schluss der Gratis-Erfahrung lockt ein 2-Franken-Gutschein fürs Riesenrad.

App herunterladen, QR-Code scannen und los gehts. So einfach das klingt, so simpel ist die «Jagd» durch Basel auch aufgebaut. Zuerst werden die Schnitzeljäger aufs Kasernenareal gelotst. Leiten lassen kann man sich von einem Hinweis auf den Platz («Hier gingen früher Soldaten ein und aus») oder vom GPS-Signal, das einem die Richtung weist.
Die Entdeckungstour beginnt vielversprechend. Die Teilnehmerinnen erfahren dank kniffligen Quizfragen, welches Highlight 1946 die Besucher zur Hallenmesse lockte oder wie die Mäss-Bahnen in der Fachsprache heissen. Antworten werden an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Weiter müssen sich die Schnitzeljäger mit einem Selfie vor der Lieblingsbahn verewigen oder ihre Mäss-Leibspeise ablichten. Doch damit hört der Spass dann auch auf. Die Tourismusverantwortlichen konzentrieren die Tour auf drei Mäss-Plätze – und lassen Messeplatz und -halle, Rosentalanlage und Barfi aussen vor.

Nur drei Schnitzeljäger wollten aufs Riesenrad

Die Schnitzeljagd-Idee sei spontan entstanden, sagt eine Sprecherin von Basel Tourismus. Es sei mehr ein Ausprobieren – und das merkt man auch. Der Tour von der Kaserne über den Petersplatz zum Münster fehlt es an Zwischenstopps mit interessanten Infos zu Basel, an lustigen Mäss-Anekdoten oder kurzen geschichtlichen Exkursen, die Stadt und Mäss dem Besucher näher bringen würden. Das Konzept passt, die Schnitzeljagd hat Potenzial zum Ausbau. «Doch das ist natürlich eine Kostenfrage.» Was auch der Grund sei, weshalb Basel Tourismus auf eine bereits bestehende Anwendung zurückgreife. Die Schnitzeljagd läuft über die App «Actionbound» und nicht etwa über die offizielle Herbstmesse-App. Die Tourismus-Sprecherin erklärt: «Für nur zwei Wochen lohnt es sich nicht, eine eigene App zu programmieren.» Dennoch sei sie sich sicher, dass das interaktive Angebot «den Nerv der Zeit trifft».

Bisher liessen sich aber nur wenige Mässgänger vom Schnitzeljagd-Fieber anstecken. Sie seien erst die Dritten, die den Gutschein einlösen, sagt der Betreiber des Riesenrads Bellevue auf dem Münsterplatz zu den beiden testenden Journalistinnen. Er sei aber auch froh, dass die Aktion trotz des prächtigen ersten Mäss-Wochenendes schleppend angelaufen sei. «Wir wären ziemlich in Stress gekommen, hätten wir neben dem Ansturm noch die Gutscheine verteilen müssen.» Die Tourismus-Sprecherin spricht von 15 Teilnehmenden bisher. Scheinbar löste aber nur ein kleiner Teil davon den Gutschein beim Riesenrad ein.

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