Strafgericht

Mit angeblicher HIV-Spritze Busfahrer bedroht, Hitlergrüsse in der S-Bahn: Zwei Männer müssen ins Gefängnis

Der Mann bedrohte einen Bus-Chauffeur der Basler Verkehrs-Betriebe mit einer gebrauchten Spritze.

Der Mann bedrohte einen Bus-Chauffeur der Basler Verkehrs-Betriebe mit einer gebrauchten Spritze.

Zwei Männer aus der Basler Drogenszene im Alter von 32 und 37 Jahren wurden am Freitag verurteilt – der jüngere bedrohte einen Busfahrer der BVB.

Es war ein lauer Spätsommerabend kurz vor 23 Uhr im August 2019: Ein Busfahrer der Basler Verkehrs-Betriebe machte beim Badischen Bahnhof in der Rosentalstrasse mit offener Vordertüre gerade eine Pause, als ein heute 32-jähriger Mann hereinstürmte und Geld von ihm verlangte. In seiner rechten Hand hielt er eine Spritze, ging damit dem Buschauffeur an den Hals und drohte mit «Säure», wenn er ihn stechen würde werde er Aids bekommen.

Der Busfahrer wehrte sich, es gab ein Gerangel, dabei wurde er am linken Arm leicht verletzt. Sein Mobiltelefon fiel zu Boden, der 32-Jährige konnte damit flüchten. Wie sich schliesslich herausstellte, war es eine Spritze ohne Nadel, sie enthielt indes Ammoniak.

Das Handy verkaufte er für zwei Gramm Koks

Knapp eine Woche später konnte man den 32-Jährigen festnehmen, er sitzt seither in Haft. Am Freitag gab er vor dem Basler Strafgericht den Überfall zu und betonte, die Sache tue ihm leid. Noch an jenem Abend verkaufte er das gestohlene Mobiltelefon auf der Gasse gegen zwei Gramm Kokain. «Mir ist es nicht um das Kokain gegangen», sagte er vor Gericht. Eine Richterin fragte, warum er das Mobiltelefon auf der Flucht denn nicht einfach weggeworfen habe. «Ich habe an Drogen gedacht und es halt grad wegbekommen. Das war wirklich alles zufällig», erklärte er in ziemlich verwaschener Sprache.

Er ist schon mehrfach wegen Raubes vorbestraft, und auch seine Probleme mit Kokain und Heroin haben schon zu einer stationären Massnahme geführt: Sie wurde vor knapp einem Jahr abgebrochen. Er ist im Alter von drei Monaten aus einem Waisenhaus adoptiert worden und schon in jungen Jahren nach massiven Schulproblemen im Heim gelandet.

Auch in der S-Bahn hatte er schon Ärger gemacht

Staatsanwältin Lea Lanz betonte am Freitag, ein früheres Opfer des Mannes sei nach einem Angriff auf einem Auge erblindet. Die drei Richter fällten am Freitag einen Schuldspruch wegen Raubes sowie weiterer Delikte, er erhielt eine unbedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Davon hat er allerdings bereits sieben Monate abgesessen.

Wenige Stunden vor dem Überfall auf den Buschauffeur hatte er in der S-Bahn von Laufen nach Arlesheim Ärger gemacht: Zusammen mit einem heute 37-jährigen Kumpel leerte er nicht mehr ganz nüchtern zuerst den Rotwein auf den Boden und machte Hitlergrüsse. Zusammen provozierten sie einen anderen Fahrgast, den sie aus der Drogenszene kannten und der als Punk nicht zu ihrer rechtsextremen Gesinnung passte: Sie nannten ihn «Scheiss-Zecke». Es kam zur Schlägerei, und als dem Mann das Mobiltelefon auf den Boden fiel, steckten es die beiden Männer kurzerhand ein. Das war kein geplanter Raub, befand das Strafgericht, fällte aber für beide Männer Schuldsprüche wegen Körperverletzung und Diebstahl.

Der 37-Jährige wurde als Mittäter eingestuft und muss für acht Monate ins Gefängnis, ein bedingter Strafvollzug lag wegen seiner Vorstrafen ebenfalls nicht mehr drin. Auch er kam schon mit elf Jahren ins Heim, im Alter von 14 Jahren schlug er einen Lehrer zusammen. Inzwischen bezieht er eine IV-Rente, nach einigen Jahren im Kampfsport hat er seinen Körper ruiniert. Beide Männer können die Urteile noch weiterziehen.

Meistgesehen

Artboard 1