Guter Zweck
Mit Bernhard Heuslers Segen auf guter Mission im rumänischen Verseni

15 Jugendliche aus beiden Basel kümmern sich für eine Woche um rumänische Heimkinder - und werden dabei von FCB-Präsident Bernhard Heusler unterstützt.

Adrian Gottwald
Merken
Drucken
Teilen
Baselbieter Jugendliche unterstützen bedürftige Heimkinder im rumänischen Verseni.
9 Bilder
Die Jugendlichen aus der Region Liestal posieren mit den Heimkindern stolz in ihren FCB-Trikots.
Thierry Moosbrugger mit einem Heimkind
Das nächste FCB-Talent? Die rumänischen Kinder beim Fussballspiel.
Den Kindern wird die Möglichkeit geboten, für eine Woche ihrem schwierigen Alltag zu entfliehen.
Dazu haben die Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, bestehend aus...
...Tanz...
...verschiedenen Spielen, Sport...
...und Badespass.

Baselbieter Jugendliche unterstützen bedürftige Heimkinder im rumänischen Verseni.

Zur Verfügung gestellt

«Es ist nicht so wichtig, dass wir die Worte der Kinder verstehen. Wir zeigen ihnen, dass wir mit unseren Herzen zuhören», sagt Thierry Moosbrugger von der Jugendseelsorge der Katholischen Landeskirche Baselland. Moosbrugger leitet die Gruppe, welche jedes Jahr ins rumänische Bauerndörfchen Verseni reist, um bedürftige Heimkinder für eine Woche aus ihrem schwierigen Alltag heraus zu holen.

Durch eine Bekannte wurde er auf den beschaulichen Ort aufmerksam und beschloss, mit einer Gruppe Jugendlicher in den Nordosten Rumäniens zu reisen. Bei einem Abstecher ins lokale Kinderheim setzten sich Eindrücke fest, die die Jugendlichen nicht mehr losliessen. Es war der Beginn einer emotionalen Partnerschaft. Seither verbringen jedes Jahr Jugendliche aus der Region Liestal eine Woche in Rumänien.

Sie alle verzichten für das Projekt auf eine Woche ihrer Sommerferien. «Das beeindruckt mich immer wieder sehr», sagt ein bewegter Moosbrugger. Noch nie hätte er Probleme gehabt, genügend unterstützende Begleiter zu finden. Wer einmal dabei war, den liessen die Eindrücke nicht mehr los. «Viele erzählen das Erlebte ihren Freunden, welche dann ebenfalls Teil des Projekts werden wollen.»

Prominente Unterstützung

Finanziert haben die Jugendlichen die Reise mit verschiedenen Veranstaltungen. So luden sie zum Galadinner oder veranstalteten eine Benefiz-Party im Liestaler Nachtclub «modus». Ein Grossteil der vorhandenen Mittel stammt aber aus privaten Spenden. Ganz besonders gefreut habe man sich über die Unterstützung eines prominenten Baslers. FCB-Präsident Bernhard Heusler höchstpersönlich sorgte dafür, dass auf dem im letzten Jahr errichteten Sportplatz Rasen gepflanzt werden konnte. In einer E-Mail teilte er der Gruppe mit: «Ich habe von eurem Projekt gehört und bin begeistert. Ich habe mich deshalb entschieden, meinerseits einen Beitrag zu leisten.»

Auch sorgte er dafür, dass den Kindern Trikots des FC Basel zur Verfügung gestellt wurden. Dieser uneigennützige Einsatz hat dem FCB neue Sympathien gebracht. «Als wir das Champions League-Spiel der Basler gegen das rumänische Galati schauten, drückte ich dem FCB die Daumen», sagt das Heimkind Christina Ciobanu mit einem Lächeln.

Ein Lächeln im Gesicht haben auch die Baselbieter Jugendlichen, als sie am Montag in Verseni eintreffen. Viele Heimkinder hätten seit einem Monat vor lauter Aufregung nachts kein Auge mehr zugemacht. «Wenn man so etwas im Vorfeld hört, freut man sich umso mehr auf die bevorstehenden Begegnungen», so Moosbrugger. Angst, die Kinder zu enttäuschen habe er nie gehabt. «Wir werden von niemandem unter Druck gesetzt.»

Verständigung mit Hand und Fuss

Die Woche besteht aus einem abwechslungsreichen, von den Jugendlichen in den letzten Monaten herausgearbeiteten Programm rund um das Thema «Abenteuer». Die Aktivitäten beinhalten Spiele, Tänze, Gesang und Sport. «An jedem Tag ist einer der Jugendlichen Programmleiter und erklärt den Kindern, was wir geplant haben», so Moosbrugger. Dass keiner von seinen Schützlingen die rumänische Sprache beherrscht und im Heim kaum einer Englisch spricht, wird manchmal zur Herausforderung. «Die wichtigsten Worte notieren sich die Jugendlichen deshalb schon zu Hause. Aber es ist immer wieder faszinierend, wie die Verständigung mit Hand und Fuss gelingt.»

Ans Herz gewachsen sind ihm die Kinder des Heims schon lange, auch wenn einige manchmal durch aggressives Verhalten auffallen. «Diese Kinder haben oft nicht gelernt, Kontakt anders herzustellen, und merken gar nicht, wie destruktiv sie sind.» Die aneckenden Kinder seien zwar Ausnahmen, würden den Jugendlichen jedoch aufzeigen, dass alle Heimkinder traumatische Geschichten mit sich tragen. Begeisterung und Freude überwiegen aber deutlich und die meisten Jugendlichen seien bereits jetzt wieder bereit, im nächsten Jahr mitzuhelfen.