Bruderholz-Spital
«Mit dem Bau der Frauenklinik wird vorerst nicht gestartet»

Die Abriss- und Neubaupläne bedeuten wohl das Aus für die Klinik. Aebi bestärkt die Absichten des Verwaltungsrats, statt des sanierungsbedürftigen Altbaus von 1973 einen Neubau zu errichten.

Leif Simonsen
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Wandern in die Schublade: Die Pläne für den Neubau der Frauenklinik auf dem Bruderholz.

Wandern in die Schublade: Die Pläne für den Neubau der Frauenklinik auf dem Bruderholz.

ZVG KSBL

Der Landrat kam gestern nicht mehr dazu. Doch sollte er an der nächsten Sitzung im Sinne des Baselbieter Gesundheitsdirektors Thomas Weber stimmen, dann steht den Abriss- und Neubauplänen fürs Bruderholz-Spital definitiv nichts mehr im Weg. «Von jetzt an wird es rasch gehen, bis wir den Standortentscheid treffen», bekräftigt Jürg Aebi, CEO des Kantonsspitals Baselland (KSBL). Aebi bestärkt die Absichten des Verwaltungsrats, statt des sanierungsbedürftigen Altbaus von 1973 einen Neubau zu errichten (bz von gestern).

«Wir haben eine Sanierung während des Betriebs diskutiert. Aber die Emissionen sind für die Patientinnen und Patienten nicht zumutbar.» Daneben bereiteten in den vergangenen Jahren auch konzeptionelle Mängel Kopfzerbrechen. Die Toiletten liegen jeweils auf dem Gang und nicht wie in anderen modernen Spitälern in den Zimmern.

15 Millionen werden investiert

Die unmittelbaren Folgen dieser Neuorientierung: «Mit dem Bau der Frauenklinik wird vorerst nicht gestartet», sagt Aebi. Eine Baueingabe sei noch nicht erfolgt. Damit entledigen sich CEO Jürg Aebi und Verwaltungsratspräsident Werner Widmer der letzten Altlast aus der Ära ihrer umstrittenen Vorgänger. Im Dezember 2013 hatte das KSBL – noch unter CEO Heinz Schneider und Verwaltungsratspräsident Dieter Völlmin – eine Medienkonferenz einberufen, auf der das neue Prestigeobjekt feierlich vorgestellt wurde: die Frauenklinik eben.

Im kommenden Jahr wird es am Bruderholz einzig darum gehen, die nötigen Sanierungen durchzuführen. «Die dringlichen Massnahmen werden rund 15 Millionen Franken kosten», sagt Aebi. Unter anderem wird die Standortverwaltung zugunsten von Ambulatorien umziehen; zudem soll der Eingangsbereich freundlicher gestaltet, einige bauliche Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen und eine Dialysestation eingebaut werden.

Laufen ist nicht infrage gestellt

Die Nachricht über die Neuausrichtung des KSBL rief gestern nicht nur positive Reaktionen hervor. Die zugrunde liegende Änderung des Spitalgesetzes wurde etwa von der Gewerkschaft VPOD beider Basel stark kritisiert. In einer Mitteilung erinnerte sie daran, dass damit die Spielregeln verletzt würden, die bei der Verselbstständigung der Spitäler 2012 aufgestellt worden seien.

Zu den neuen Spielregeln habe gehört, dass der Landrat nach der Auslagerung die Standorte bestimmen dürfe. «Es mag ja sein, dass der landrätliche Standortentscheid für die Spitalleitungen schwerfällig ist. Die öffentlichen Spitäler sind aber für die Bevölkerung da, und für sie sind Standortfragen wichtig», schreibt der VPOD in einer Mitteilung. Die Bevölkerung müsse demokratisch Einfluss nehmen können – zumindest in dieser Frage.

Die KSBL-Geschäftsleitung war derweil bemüht, intern für Ruhe zu sorgen. Am Bruderholz-Spital war gestern Morgen die Medienberichterstattung nämlich unter den Mitarbeitenden Thema Nummer eins. In einem internen Mail versicherten Jürg Aebi und Werner Widmer, dass sich für das KSBL «vorderhand» nichts ändere. Aber sie bekräftigen den Entscheid für einen Neubau Bruderholz am bisherigen oder an einem neuen Standort. Die gestrige Berichterstattung in der «Basler Zeitung», wonach der Standort Laufen gefährdet sei, kommentierte Aebi hingegen deutlich: «Das stimmt nicht. Wir werden weiterhin auch in Laufen investieren.» Im Januar werde man über die nächsten Schritte informieren.