Es geht nicht um viel Geld, aber die Geschichte ist ein weiteres Beispiel dafür, welche absurde Blüten die Tarifpolitik der Bahnen im Dreiland bisweilen treibt. Geschehen ist sie am Schalter der Deutschen Bahn (DB) am Badischen Bahnhof. Die Leserin und GA-Inhaberin wollte nach Müllheim im Markgräflerland fahren. Bisher war das Billett mit dem GA immer billiger gewesen als das normale, diesmal aber kam es anders.

Zur Überraschung auch der Schalter-Beamtin kostete das Billett mit GA knapp zwei Euro mehr als das normale Ticket. Selbstredend hat sie letzteres gekauft. Beinahe wäre ihr diese Absurdität gar nicht zu Ohren gekommen. Für das GA hat sie den Swisspass. Den aber kann die DB nicht lesen; sie hätte eine schriftliche Bescheinigung der SBB vorlegen müssen. Die Dame am Schalter hat ihr schliesslich auch ohne geglaubt.

Tatsächlich gibt es für Fahrten in Deutschland und Österreich eine «Internationale Rabattkarte». Diese benötigt man, um von 25 Prozent Ermässigung mit GA und Halbtax zu profitieren, wenn man das Billett in der Schweiz kauft. Deshalb stellt die DB derartige Billetts ab Basel SBB aus und deshalb stehen die Automaten, an denen man Fahrkarten nach Freiburg im Breisgau, Offenburg, Baden-Baden und Karlsruhe kaufen kann, nur im Bahnhof SBB. Der SBB Automat im Badischen Bahnhof bietet sie nicht an. Die Rabattkarte erhält man online im Ticket Shop beim Billettkauf oder am SBB Schalter.

Mir sind auch zwei positive Geschichten mit SBB wie DB passiert und ich will diese nicht verschweigen. Für einen Termin in Freiburg und da sich unsere Redaktion in der Nähe vom Bahnhof SBB befindet, kaufe ich das Billett vorher am dortigen Billettautomaten. Los fahre ich vom Badischen Bahnhof, denn der liegt näher an meiner Wohnung.

Neulich war ich zu früh dran. Als sich herausstellte, dass ich aufgrund eines weiteren Termins in Frankreich mit dem Auto fahren musste, hatte ich mein Billett schon. Ich bin zum SBB-Reisezentrum, um es mir, wohlgemerkt vor dem ersten Reisetag, zurückerstatten zu lassen. Am Guichet hiess es, das koste 20 Franken Bearbeitungsgebühr. Das ist die Hälfte vom Billettpreis. Ich muss betrübt geschaut haben, denn die freundliche SBB-Dame hat mir schliesslich eine Gutschein-Karte über 40 Franken ausgestellt. Ich fand das super.

Im Nachhinein stellte sich allerdings raus, dass sie sich geirrt hat. Laut SBB-Medienstelle kostet eine Rückerstattung von Auslandsbilletts, die vor dem ersten Geltungstag erfolgt, eine Gebühr von zehn Franken. Vor kurzen kam die zweite Überraschung. Ich wollte am 17. Dezember wieder nach Freiburg. Das Retour-Billett kostete statt 40 nur 30 Franken. Erst fand ich das ein schönes Weihnachtsgeschenk, im Zug stellte sich aber heraus, dass ich mich vertippt habe und neben dem Halbtax die Ermässigung mit einer deutschen Bahncard eingegeben habe, die ich gar nicht besitze. Bei der Kontrolle hat mir die Dame von den DB Busse wie Nachzahlung erlassen. Ich solle aber bitte beim nächsten Mal aufmerksamer sein. Ich fand das freundlich.

Tatsächlich bieten die SBB noch bis zum 23. Dezember ein Railaway-Weihnachtsangebot für Freiburg an. Es kostet mit dem Halbtax die besagten 30 Franken. Neu ist seit 11. Dezember, dass Fahrausweise ohne obligatorische Sitzplatzreservierung statt den bisherigen 15 Tage nur noch 4 Tage gültig sind.