Der Burger: das Symbol der Fast-Food-Gesellschaft. Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts ist er von seinem Ursprungskontinent Amerika nach Europa gekommen, wo seine Karriere steil aufwärtsging. Zwei Brötchen, Salat, Tomaten und eine «Frikadelle» - das Konzept ist simpel, und doch bestechend. Das fand auch der bekennende Burger-Fan Jens Hermes. Selbst als er vor einigen Jahren auf pflanzliche Ernährung umstieg, stand für ihn fest, dass er auf die Delikatessen nicht verzichten will: «Wenn ich erst meinen Doktortitel habe, werde ich eine vegane Fast-Food-Kette eröffnen», scherzte er noch während des Studiums.

Mittlerweile hat sich Hermes vor allem in der Kontroverse über die Umstellung der Uni-Mensa auf vegetarische Menüs einen Namen gemacht. Obwohl diese Aktion 2012 gescheitert ist, hat der 31-Jährige seinen Traum von einer Reform der Essgewohnheiten noch lange nicht aufgegeben. Am 2. September eröffnet er gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Christina Schürch seinen Imbiss «Captain Plant»: Ein grüner, sieben Meter langer «Foodtruck», von dem aus verschiedene vegane Burger verkauft werden sollen. Zu den fixen, geplanten Standorten gehören die Dreispitzhalle und der Meret-Oppenheim-Platz. «Wir wollen gesundes, nachhaltiges und möglichst regionales Fast Food anbieten», erklärt Hermes. Die Produkte, die er verkauft, will er selbst mit gutem Gewissen essen können, und «natürlich sollen sie in erster Linie gut schmecken»!

Konkurrenz für die grossen Ketten

Hermes hat grosse Ambitionen: Mit «Captain Plant» gründet er nicht nur eine mobile Burger-Bratstation, sondern strebt das Ziel einer veganen Fast-Food-Kette an, die sich auch schweizweit etablieren soll. Dass das Projekt mit der Zeit eine skalierbare Grösse annimmt, das verlangt auch die europäische Organisation «Climate-KIC», die Captain Plant mitfinanziert. Sogar der WWF unterstützt das vegane Start-Up. Gleichzeitig haben die Jungunternehmer anfangs dieser Woche eine Crowd-Funding-Kampagne lanciert: «Es sind in nur zwei Tagen schon 4000 Franken zusammenkommen. Es berührt mich, dass so viele Leute unsere Idee unterstützen», sagt Hermes. In den nächsten 37 Tagen müssen noch rund 5000 Franken zusammenkommen – doch Hermes ist optimistisch.

Die Erfahrungen, die er mit «Captain Plant» den vergangenen eineinhalb Jahren, sei es am Matthäus-Markt oder an der Street Parade sammeln konnte, seien durchwegs positiv gewesen. Hermes glaubt, dass sein Imbiss eine grosse Marktlücke im Bereich des veganen Fast Food füllt. In Basel haben jedoch bereits einige Anbieter Veganer und Vegetarier als Zielgruppe für sich entdeckt.

Ein beliebtes Geschäfts-Modell

Vegane Burger werden schon in verschiedenen Restaurants angeboten. So gehören zum Beispiel der typisch amerikanische Vegi-Burger in der Mel’s Bar oder der kreativere Gemüse-Burger in der Cafébar Salon zu Geheimtipps unter Veganern. Aber auch die Burgerriesen McDonald’s und Burger King tragen dem Vegi-Trend in ihrem Sortiment Rechnung: «Wir verkaufen zwar bei weitem mehr Rind- und Pouletfleisch-Burger, als Vegi-Burger, doch auch die vegetarische Version hat ihre treue Fangemeinde», sagt Aglaë Strachwitz, Mediensprecherin von McDonald’s. Doch dieses Angebot der Fast-Food-Grössen wird in der Veganer-Szene kontrovers diskutiert. «Bei solchen Initiativen geht es nicht darum, qualitativ hochstehende Produkte anzubieten, sondern schlicht darum, den Konsumentenkreis zu erhöhen. Mit den spezifisch veganen Angeboten, bei denen meist auch Nachhaltigkeit im Fokus steht, hat das wenig zu tun», argwöhnt zum Beispiel Emanuel Geering. Er betreibt seit einem halben Jahr den «Vegiman», einen veganen Burgerstand in der Markthalle. Dass die Nachfrage gross ist, spürt auch er: «Der vegane Lebensstil ist auf dem Vormarsch und mittlerweile salonfähig geworden. Die gleiche Entwicklung hat auch der Burger in den letzten Jahren durchgemacht», glaubt Geering. Dass sich diese Theorie bestätigt, das hoffen auch die beiden Geschäftsführer von «Captain Plant», deren Projekt bereits in zwei Wochen starten wird.