«Sind Sie wach oder ist das ein Traum?», fragt Musiker und Sound-Designer Peter Philippe Weiss. Er sitzt auf einem braunen Ledersofa im Sud, die grauen Haare sind zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammengebunden. Für ihn bedeute zu träumen mehr, als dass sich das Hirn erhole und Daten verarbeite. «Träumen ist ein unlimitierter Zustand.» Und genau dieses Grenzenlose will Weiss in seinem Storytelling-live-act «Träumer» nutzen. «Man kann es sich so vorstellen, wie wenn ein Musiker eine Hörbuch-Performance macht», sagt Weiss. Er erzähle seinem Publikum 16 bis 17 Geschichten. Diese seien zwar sehr verschieden, aber er komme in all seinen Erzählungen immer in einen sogenannten «Raum der Zeit» zurück. Musik und Klänge, die teils von einem Computer, teils von Weiss selbst auf E-Gitarre oder Geige gespielt werden, begleiten die Geschichten. «Bilder zeige ich keine», sagt Weiss. Er wolle, dass sich eigene Bilder in den Köpfen der Zuschauer bilden. Geschichten und Musik hat Weiss selber geschrieben, komponiert und zusammengestellt. «Je nachdem habe ich zuerst die Geschichte und dann den Sound geschrieben oder umgekehrt.»

Keine Grenzen im Stil

Seit 20 Jahren arbeitet Weiss am Konzept des Träumers. In seinen jungen Jahren spielte der Musiker unter anderen in der Band «Duure-Duure» Bass. «Wir führten damals ein Stück auf, in dem unsere Sängerin nicht sang, sondern eine ziemlich verrückte Geschichte erzählte», sagt der 52-Jährige. Der Effekt dieses Experiments sei grossartig gewesen. Die Idee des Träumers war geboren. Zuerst nannte Weiss sein Projekt «Mindgames». Der Gedanke hinter dem Namen: «Ich halte den Joystick in der Hand und surfe in den Köpfen der Zuschauer.» Dann kam er aber auf die Bezeichnung «Träumer», die viel feiner sei und besser zum Stück passe. «Träumen ist unberechenbar und muss nicht logisch sein.» Dies gelte auch für sein Stück. «Ich kann mit den Geschichten und der Musik machen, was ich will.» Da er sich nicht festlegen müsse, könne er innerhalb Sekunden von feinen Harfenklängen zu Death Metal wechseln. «Das Ganze hat, was Stil und Ästhetik angeht, keine Limite.»

Keine Limite kennt Weiss auch in Bezug auf sein Stück. Er wolle den Träumer weiter ausbauen, sagt er. Zum Beispiel mit acht anstatt vier Kanälen und 3D-Visualisierungen. «Mein Ziel ist, dass ich von meinen Auftritten mit dem ‹Träumer› leben kann.» Mit seinem Stück, in dem er klassisches Geschichtenerzählen mit Musik und Klang kombiniert, möchte Weiss ein breites Publikum ansprechen. «Hörbuch- oder Comicfans, Gamer oder Musikliebhaber – für alle ist etwas dabei.» Dabei wolle er seine Zuschauer in spannende Räume entführen und Traumwelten entstehen lassen.

Der «Träumer» findet Donnerstag, 15. 1., Freitag, 16. 1., und Samstag, 17. 1., je 19:30 Uhr im Warteck/Sud statt.