Subway ist die grösste Fast-Food-Kette der Welt: Niemand betreibt mehr Restaurants als das US-Unternehmen aus Connecticut. Nun hat der Konzern, der vor allem für seine Sandwich-Kreationen bekannt ist, seine Fühler nach Oberwil ausgestreckt. Dort wird ein Drive-in-Schalter eröffnet; es wäre der erste in der Deutschschweiz.

Darüber herrscht in Oberwil nicht nur eitel Freude. Denn das Mühlematt-Quartier, in das die Kette expandieren will, ist bereits heute stark mit Verkehr belastet: Vor allem am Samstagnachmittag verstopfen die Autos die Kreisel in Oberwil und Therwil. Für viele Fahrten sorgen unter anderem ein Coop-Megastore und die grösste Migros des Baselbiets – mit dem neuen Drive-in droht dem Gebiet nun der Kollaps.

«Wir sehen das problematisch», sagt Stephanie Fuchs vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), Sektion beider Basel. «Der Verkehr wird die Ortsdurchfahrten zusätzlich belasten.» Der VCS war es, der 2009 gegen einen neuen Quartierplan Einsprache erhob, um strengere Auflagen für die vergrösserte Migros zu erzielen.

Bald Verkehr wie am Gotthard?

Zwar unterlag der VCS vor dem Kantonsgericht. Doch die Eröffnung der Migros verzögerte sich um Jahre. Und die Gemeinden Oberwil und Therwil, auf deren Territorium das Mühlematt-Quartier liegt, belegten das Gebiet mit einer sogenannten Planungszone, um der Fahrzeugkolonnen doch noch Herr zu werden. Sie schränkt die möglichen Baubewilligungen stark ein: Neue publikumsintensive Nutzungen dürfen nur noch maximal 500 Quadratmeter gross sein. Damit hatten die beiden Gemeinden neue Grossmärkte wie diejenigen von Migros und Coop im Visier – an ein Drive-in dachten sie jedoch offensichtlich nicht.

Weil Subway laut Baugesuch die 500 Quadratmeter nicht überschreitet, sind der Gemeinde die Hände gebunden. «Natürlich entspricht es nicht dem, was wir in der Zone gerne hätten», sagt der für den Hochbau zuständige Gemeinderat Christian Pestalozzi. «Aber da alle Vorgaben eingehalten werden, können wir die Filiale nicht verbieten.»

Laut einer Studie aus dem Jahr 2009 benützen täglich rund 12'500 Fahrzeuge die Mühlematt-Achse. Heute dürften die Zahlen höher liegen, denn die Studie wurde 2009 publiziert – also vor der Eröffnung von Coop-Megastore und stark vergrösserter Migros. Zum Vergleich: Den Gotthard-Strassentunnel befuhren 2012 rund 17'000 Fahrzeuge pro Tag.

Therwil hat bereits Erfahrungen mit einem Drive-in: Ebenfalls an der Mühlemattstrasse steht ein McDonald’s. Dieses ziehe, sagt Gemeindepräsident Reto Wolf, vor allem abends und sonntags Publikum an, wenn der Verkehr in der Regel flüssig fliesse; er glaubt, dass dies beim Subway nicht gross anders sein werde. Ausserdem würden wohl viele Gäste ihren Besuch mit anderen Besorgungen im Gebiet verknüpfen. «Es dürfte also eher mehr Zwischenstopps als Mehrverkehr geben», ist Wolf überzeugt. «Ich glaube nicht, dass jemand von weit her extra hierher fährt, nur um ein Sandwich zu posten.»

In einem Punkt sind sich Therwil und Oberwil aber einig: «Ein Drive-in», sagt Wolf, «gehört sicherlich auch nicht zu unserem Wunschgewerbe.»