Bis zum Ersten Weltkrieg ist der öffentliche Verkehr in der Region Basel und am Oberrhein massiv ausgebaut worden. Am augenfälligsten ist dies im Elsass. Als die Region 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg Teil des Deutschen Reichs wird, übernimmt die Reichsbahn im Elsass 768 Kilometer Schienen. Bis zum Krieg wird das Netz mit 1986 Kilometern mehr als verdoppelt, wobei auch militärische Gründe eine Rolle spielten.

Bismarck forcierte wegen seiner nationalstaatlichen Ziele die Reichsbahn, dies auch in Abgrenzung zur badischen Staatsbahn. So schreibt Markus Kutter in seinem Buch «Kopfgeburt einer Region – Das Dreieckland»: «Bismarck entschied, dass der grosse und internationale Verkehr nicht mehr über Mannheim–Karlsruhe–Basel, sondern über das jetzt unter preussischer Eisenbahnverwaltung stehende Strassburg–Basel geleitet werden sollte.» So fehlte auf den in Berlin aufgehängten Fernverkehr-Plakaten der Name «Karlsruhe»; die durchgehenden Wagen von Berlin nach Genf, Genua oder an die Riviera fuhren über Strassburg.

Wiesentalbahn früh elektrifiziert

Der Anschluss Basels an die Zuglinie von Strassburg erfolgte 1846, die Verbindung nach Baden mit der Eröffnung der Linie von Haltingen 1855. Markus Kutter kommentiert das so: «In rund zehn Jahren war das Dreieckland das am intensivsten durch Eisenbahnen erschlossene Gebiet von ganz Europa geworden.» Die 1862 eröffnete Wiesentalbahn von Basel über Lörrach nach Schopfheim und später bis Zell sollte 1913 eine der ersten elektrifizierten Bahnstrecken Europas werden – die Elektrizität stammte aus dem 1898 in Betrieb genommenem Wasserkraftwerk Rheinfelden. Die Wiesentalbahn war wichtig, um die Arbeiter in die im Tal gelegenen Textilfabriken zu bringen.

Das erste Tram fuhr in Basel 1895 – in der Folgezeit wurde das Tramnetz beständig ausgebaut. Grenzübergreifende Tramverbindungen, wie sie derzeit im Bau oder in Planung sind, gab es schon vor dem Ersten Weltkrieg (Quelle: www.tram-basel.ch). So wurde 1900 die Linie von Saint-Louis Grenze (damals Sankt-Ludwig) bis zum Bahnübergang nach Weil in Betrieb genommen und 1911 um sieben weitere Stationen verlängert. 1910 gab es vom Lysbüchel auch eine Verbindung zum Bahnhof ins elsässische Hüningen. Ende Juli 1914 wurde auf den grenzüberschreitenden Linien der Betrieb bis Ende September 1915 eingestellt. Während des Krieges gab es einen Pendelbetrieb, die Fahrgäste mussten die Grenze zu Fuss überqueren.

Das Projekt, die Tramlinie aufgrund des dortigen Gemüseanbaus bis nach Village-Neuf (Neudorf) zu verlängern, musste aufgrund des Ausbruchs des Krieges aufgegeben werden. Gestoppt wurde deshalb auch das Vorhaben eines Trams nach Lörrach. Am 1. Dezember 1914 war das Teilstück von Riehen bis zur Grenze noch eröffnet worden. Im Unterschied zum elsässischen Verlängerungsprojekt bis Village-Neuf, wurde das nach Lörrach nicht aufgegeben: 1919 wurde die Tramlinie nach Lörrach in Betrieb genommen.

Trams durch Busse ersetzt

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten die grenzübergreifenden Tramlinien Autobusverbindungen weichen, die als moderner angesehen wurden. Das letzte Tram nach Saint-Louis fuhr an Silvester 1957, die Verbindung nach Huningue wurde 1961 aufgegeben, die nach Lörrach 1967.