2017 schuf der Verein mit der Kinderzeitung «Bebbi Kids» ein Gefäss, mit dem er auf ein Anliegen einging, das Basler Kinder im Rahmen eines Projekts gegenüber dem Regierungsrat geäussert hatten: Sie wollten endlich mitreden. Und zwar öffentlich.

Bewerben können sich alle Kindermitglieder des Kinderbüros vor jeder neuen Ausgabe jeweils mit einem Motivationsbrief, in welchem sie dem Büro mitteilen, warum sie Teil der «Bebbi Kids»-Redaktion sein möchten. Wer es ins Redaktionsteam schafft, wird zwar von Erwachsenen unterstützt, erhält jedoch gleichzeitig viel Freiraum. «Wir Projektleiter sehen uns als Ressource, welche die Kinder in Anspruch nehmen können oder nicht», sagt Sozialpädagogin Marina Peter. Mit der Arbeit im Team sollen Sozialkompetenz und individuelle Stärken der Kinder gefördert werden — ganz ohne Leistungsdruck.

Am Freitag erscheint die vierte Ausgabe der Kinderzeitung als Beilage in der bz. Die zwölfjährige Schülerin Selma ist eins der 150 Kindermitglieder des Kinderbüros. Im Interview verrät sie, was sie am Journalismus interessiert und weshalb sie schon zum dritten Mal bei den «Bebbi Kids» dabei ist.

Selma, du machst schon zum dritten Mal bei den Bebbi Kids mit. Willst du Journalistin werden?

Selma: Vielleicht. Ich denke, ich werde entweder Journalistin oder Architektin. Ich finde beides voll interessant.

Warum?

Architektur interessiert mich, weil ich denke, dass der Beruf viel mit Zeichnen zu tun hat und ich das gerne mache. Im Journalismus muss man viel reden und gut mit Menschen umgehen können. Das kann ich, glaube ich, auch ganz gut. Ausserdem macht es mir Spass.

Viele denken, Journalisten müssten einfach gut schreiben können. Tatsächlich steckt aber viel mehr dahinter. Bist du dir dessen bewusst?

Ja, das ist mir klar. Als Journalistin muss man zum Beispiel auch spannende Fragen stellen können. Wenn man jemanden nur nach dem Alter und den Hobbys fragt, ist das langweilig. Man muss ein Gespür dafür haben, was man aus einem Gespräch herausholen kann.

Was fasziniert dich am Journalismus?

Ich bewundere Journalisten, die gut Fragen stellen können. Die schreiben spannende Artikel. Ist jemand aber kein guter Journalist, haben seine Texte einfach nicht das gewisse Etwas. Das finde ich interessant.

Was findest du an der Redaktionsarbeit am spannendsten?

Über eine Person zu recherchieren und sich dann Interviewfragen zu überlegen. Das macht mir selber auch am meisten Spass.

Und was am nervigsten?

Transkribieren. Eindeutig. Das finde ich ziemlich doof.

Heutzutage lesen immer weniger Leute eine Tageszeitung. Bist du trotzdem noch vom Journalistenberuf überzeugt?

Ja, bin ich. Ich glaube nicht, dass die Zeitung aussterben wird. Meine Grossmutter zum Beispiel liest jeden Tag Zeitung. Ausserdem denke ich, dass gewisse Leute auch in Zukunft gerne etwas zum Anfassen haben wollen, anstatt auf dem Handy einen Text zu lesen, der nach zehn Sekunden wieder weg ist.

Liest du denn selbst Zeitung? Wenn ja, wie? In gedruckter Form?

Ja, eher gedruckt. Ich lese die Zeitung nur sehr selten online.

Wie oft denn?

Eigentlich nur, wenn es spannende Artikel gibt. Ich setze mich jetzt nicht hin und schaue mir die ganze Zeitung an. Wenn aber auf dem Titelblatt «Schüler haben ab jetzt 18 Wochen schulfrei» stehen würde, dann auf jeden Fall!

Findest du es wichtig, dass man Zeitung liest?

Ja, dann ist man gut über aktuelle Themen informiert.

Worüber wolltest du schon immer einmal schreiben?

Ich habe noch nie über das Thema Schule geschrieben. Dafür müsste man ja beispielsweise mit Schulleitungen sprechen, das wäre bestimmt sehr spannend.

Was macht dir bei den Bebbi Kids am meisten Spass?

Es ist toll, mit anderen Kindern zusammen arbeiten zu können. Alleine schreiben macht schon auch Spass, aber es ist lustiger, wenn man zu dritt am Computer sitzt. Dann kann man auch darüber diskutieren, was man gerade macht. Und ich habe hier natürlich auch neue Freunde gefunden.