Die Innenstadt war am Sonntagabend gut gefüllt. Überall lagen Trommeln vor den Beizen – bereit für ihren Einsatz. Die Fasnächtler standen in kleinen Gruppen daneben und rauchten eine letzte Zigarette fertig. Dann stimmten sie einen Marsch an und zogen musizierend im Gleichschritt durch die Gassen davon.

Das gute Wetter lockte auch viele Zuschauer auf die Plätze und in die Strassen. Familien und Paare liessen bei einem Spaziergang den lauen Frühlingstag ausklingen. Ihre Ohren gespitzt, die Augen offen. Wenn von irgendwo ein Trommeln oder Pfeifen durch die Strassen hallte, machten sie einen abrupten Richtungswechsel, um doch noch einen Blick auf die vorbeigehende Clique zu erhaschen. Einige folgten den Fasnächtlern ein paar Meter durch die Innenstadt, bis sie eine neue Melodie in eine andere Richtung zog.

Kino im Kopf

Trotz Pfeifen und Trommeln war vom Glanz der «drey scheenschte Dääg» nichts zu sehen: Wie immer an den drei Bummelsonntagen nach der Fasnacht waren die Cliquen ohne ihre prächtigen Laternen, ohne die aufwendigen Kostüme und Larven unterwegs. Wenn die Fasnächtler, manchmal im Anzug, manchmal in Alltagskleidern durch die Gassen ziehen, ist das irgendwie trist. Wenn dann vom Marktplatz her in regelmässigen Abständen ein Tram pfeift oder hupt, ist klar: Die Fasnacht ist vorbei und der Alltag zurück.

Aber wenn es rundherum ganz still ist und nur die klaren Klänge der Piccolos und die präzisen Trommelschläge von den Wänden hallen, kommen das Gefühl, die vielen Bilder und der Zauber der Fasnacht noch einmal hoch. Dann fliegen Räppli durch die Luft, Lachen erfüllt die Gassen und man erinnert sich an den Cortège, die Schnitzelbänke und den Morgenstreich.