Wahlkampf
Mit diesen Geschenken ködern die Parteien die Baslerinnen und Basler

Die Basler Parteien werben nicht nur mit Ideen und Köpfen für sich, sondern auch mit kleinen Geschenken – wer ist originell und wer greift daneben?

Andreas Maurer
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So ködern die Parteien ihre Wähler
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Teigwaren und gleich noch die besten Basler Rezepte dazu gibts bei der SVP.
Die CVP setzt auf frischen Atem und verteilt Kaugummi.
Gesunde Werbegeschenke machen die Grünliberalen.
Süss hingegen wirbt die FDP: mit Läckerli.
Immer mit dabei: der Schlüsselanhänger der SP.

So ködern die Parteien ihre Wähler

Das Rezept der SVP basiert auf ausländischem Griess

Das Versprechen der Basler SVP ist unübersehbar. Sie setzt sich nicht nur für Basel ein, sondern für «unsere Schweiz». Das Kleingedruckte auf der Rückseite verrät mehr: Die 250 Gramm SVP-Pasta bestehen nämlich aus Hartweizengriess, der in den USA und Kanada hergestellt wurde - ein Eigengoal, könnte man meinen. Vielleicht hat die Basler SVP aber auch endlich begriffen, dass man im weltoffenen Basel mit einer ausländerfeindlichen Haltung nicht punkten kann. Ob das auch die Bauern freut?

Die SP buhlt um Basler Patrioten

Der elegante sozialdemokratische Schlüsselanhänger verhilft den Linken möglicherweise zu einigen Stimmen von stolzen Berufsbaslern. Gleichzeitig schreckt er einige vielleicht ab, da er tief in die Parteiseele blicken lässt. Denn der Jä-Slogan ist abgekupfert. Jahrelang hat der Kanton Basel-Stadt mit dem Spruch «Jä! Ych schaff für d Stadt» für den Staatsdienst geworben. Das zeigt einmal mehr, dass die stolzen Ja-Sager der Basler SP aus überdurchschnittlich vielen Staatsangestellten bestehen.

Die Liberalen lancieren eine Materialschlacht

Das mit Abstand grösste Geschenk-Arsenal fährt die LDP auf. Das ist durchaus verständlich angesichts des bisher unaufhaltsamen Abwärtstrends (siehe rechts). Die Mitbringsel sind zwar nicht sonderlich originell, dafür mit Ausnahme der Ansteckpins ausgesprochen praktisch: Für den möglicherweise harten Winter, der den Liberalen bevorsteht, sind Lippenpomade, Zündhölzer und Jasskarten in den richtigen Händen.

Die Christdemokraten bekämpfen den Mundgeruch

Den etwas miefigen Geruch, der am Image der CVP hängt, verjagt die Partei im Wahlkampf mit zuckerfreien Pfefferminzkaugummis. Damit die christliche Wählerschaft angesichts dieser schon beinahe paradiesischer Schlemmerei nicht über die Stränge haut, steht auf der Rückseite die obligatorische Warnung: «Kann bei übermässigem Verzehr abführend wirken.» Falls die flippigen Wahlgeschenke, die offensichtlich auf das jüngere Wählersegment zielen, keinen übermässigen Absatz finden, können sie bei der nächsten Standaktion problemlos wieder hervorgeholt werden. Sie sind haltbar bis am 7.7.2013 - länger als manches Wahlversprechen.

Die FDP spannt mit Blochers Tochter zusammen

Mit Läckerli setzen die Freisinnigen in Basel auf einen sicheren Wert. Auch für das Läckerli-Huus ist die Zusammenarbeit ein geschickter Schachzug: Inhaberin Miriam Blocher verdeutlicht mit der demonstrierten Nähe zur FDP, dass sie nicht von ihrem in Basel eher unbeliebten Vater indoktriniert wird. Originell sind auch die Einkaufstaschen der FDP Kleinbasel. «S Glaibasel bikunnt scho gnueg uff d Gugge!», heisst es darauf. Wie die Grünen haben die Kleinbasler Freisinnigen damit aber Mühe, sich von der direkten Konkurrenz abzugrenzen: Die LDP verteilt der Wählerschaft ebenfalls Einkaufstaschen, allerdings mit einem braveren Slogan («Die Partei mit den tragenden Ideen»).

Die GLP und die Grünen kopieren sich

Seit grüne Politik salonfähig ist, macht die Grüne Partei verzweifelt darauf aufmerksam, dass sie das zu wählende Original sei. Doch selbst auf den Nebenschauplätzen stehlen die boomenden Grünliberalen den Linken die Show. Die GLP verteilt das traditionelle grüne Geschenk im Wahlherbst: einen saftigen Apfel. Gleichzeitig setzen die Grünliberalen noch einen drauf: Während die Herkunft des Apfels der Original-Grünen (rechts) schnell vergessen geht, macht ihrer mit einem kecken Fähnchen in der Küche auf sich aufmerksam. Und auch beim Einkaufsbewusstsein hat die GLP von den Grünen gelernt: Beide haben bei Bio-Bauern der Region eingekauft.