FCB
«Mit dieser Infrastruktur bewegt sich der FCB auf Bundesliganiveau»

Die imposante Infrastruktur für die Nachwuchsarbeit wurde am Samstag eröffnet. An der Eröffnungsfeier anwesend waren neben Stargast Gigi Oeri auch der komplette Vorstand um Berhard Heusler und Regierungsräte beider Basel.

Tobias Gfeller
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Der flache Betonbau wurde von Luca Selva entworfen.
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Der helle, flache Betonbau wurde von Luca Selva entworfen.
Eröffnung des FCB-Campus in Basel
In der neuen Garderobe werden die FCB-Nachwuchsspieler nach Erfolg und Misserfolg die Trikots wechseln.
Gigi Oeri mit dem symbolischen Schlüssel
Campus-Mäzenin Gigi Oeri bekommt von den Junioren ein «Danke».
Die Schlüsselübergabe

Der flache Betonbau wurde von Luca Selva entworfen.

Keystone

2700 rote und blaue Ballone stiegen am Samstag um die Mittagszeit über der Brüglinger Ebene gegen den Himmel. Sie waren das Zeichen für eine neue Zeitrechnung im Basler Fussball. Diese sieht - was die Nachwuchsarbeit angeht - rosig aus, wegen des neuen Nachwuchs-Campus.

Das helle Betonbauwerk, das von Architekt Luca Selva entworfen wurde, wirkt von Weitem etwas blass. Auffallend sind die Löcher in der Fassade, die alle Platzierungen des FCB seit der Klubgründung 1893 darstellen. Markant ist die grosszügige Öffnung gegen Süden.

In der Nähe schwindet der blasse Ersteindruck. Im Parterre sieht man durch die grosse Fensterfassade die Kantine und das öffentliche Café, das spätestens anfangs Oktober eröffnet wird. Der Begriff imposant ist für einmal nicht zu hoch gegriffen. «Aussergewöhnlich» nennt Peter Knäbel, ehemaliger Nachwuchschef des FCB und jetziger technischer Direktor der Schweizer Fussballnationalmannschaft, das Bauwerk.

An der Eröffnung waren alle, die beim FC Basel Rang und Namen haben. Der komplette Vorstand um Präsident Bernhard Heusler, Vertreter der Nachwuchsarbeit um Chef Massimo Ceccaroni und auch Regierungsräte aus beiden Basler Halbkantonen.

Das «Kind» der Mäzenin

Der Star war FCB-Ehrenpräsidentin Gigi Oeri. Sie machte den Campus, «ihr Kind», wie sie in ihrer Eröffnungsrede sagte, mit viel Geld und noch mehr Engagement möglich. Die ehemalige Mäzenin und FCB-Präsidentin nimmt kein aktives Amt mehr im Verein wahr. Sie hat sich mit dem Campus ein Denkmal gesetzt, das in den kommenden Jahrzehnten den FCB begleiten wird.

In die Freude mischten sich bei Oeri nachdenkliche Töne. «Leider bin nicht mehr ich dafür zuständig», sagte sie mit etwas leiserer Stimme. Sie hoffe, dass die jetzige FCB-Führung gleich viel Wert auf die Nachwuchsarbeit legt, wie sie. «Der Weg von der Idee zur Realisierung war teilweise extrem schwierig», blickt sie auf intensive Auseinandersetzungen mit den Behörden zurück.

Insgesamt kostete das Bauwerk mit Umland mehr als zwanzig Millionen Franken. Einen Grossteil davon stemmte Oeri selbst. Und sie wird weiterhin jährlich rund 2,5 Millionen Franken an den Campusbetrieb zahlen. Der Campus setzt neue Massstäbe in allen Belangen. Neben dem Gebäude wurden vier Fussballplätze neu angepflanzt. Einer davon kann im Winter beheizt werden, was auch in den kalten Monaten einen optimalen Trainingsbetrieb ermöglicht.

Ein neuer Kunstrasen ist seit Jahresbeginn in Betrieb. Alle Plätze sind mit Flutlichtanlagen ausgerüstet, einer davon sogar mit elf Kameras, um das Training anschliessend analysieren und die Leistungen diagnostizieren zu können.

Zur Campus-Stiftung, die Benno Kaiser als Geschäftsführer leitet, gehören auch zwei Wohnhäuser in der Lehenmatt. «Das System hilft jetzt, Erfolg zu entwickeln. Früher waren es eher Fähigkeiten von einzelnen Spielern und Trainern, die zu Erfolg führten», sagte Kaiser. Er gibt zu, dass mit dem Campus die Verpflichtung, Erfolg haben zu müssen, grösser wird.

Besonders begeistert ist der Campus-Leiter von der Infrastruktur für die Physiotherapie, die Rehabilitation und von den Konditions- und Krafttrainingsbereichen. Ein Kaltwasserbad soll die Erholung der Muskulatur fördern. Für die Betreuer gibt es grosszügige Büros, Sitzungs- und Auditionsräume. Alle sechs Juniorenmannschaften haben eine unterschiedlich eingerichtete Kabine.

Infrastruktur ist keine Garantie

«Mit dieser sportlichen Infrastruktur bewegt sich der FCB auf Bundesliganiveau», sagte Peter Knäbel. Er erinnert sich an Zeiten, als man sich für die Umkleidekabinen in den Holzbaracken schämen musste. «Da zeigte man den neuen Junioren das tolle Stadion, und zum Umziehen ging es in die Baracke.»

Knäbel warnte davor, übermütig zu werden: «Kein aussergewöhnlicher Bau kann aussergewöhnliches Engagement ersetzen. Wenn man nur gewöhnliches Engagement hat, dann nutzt auch dieser Beton nichts.» Jährlich neue Shaqiris und Xhakas garantiert auch der Campus nicht.