Sie sucht immer nach neuen Plattformen – und findet sie auch. Die SVP nimmt jede Gelegenheit wahr, um nahe beim Volk zu sein, und ihr politisches Credo zu verbreiten. So war es auch ihre Idee, an der diesjährigen Muba in Basel, der grössten Frühlingsmesse der Schweiz, der Politik mehr Platz einzuräumen.

«Wir sind auf die Messe Basel zugegangen und haben uns nach der Möglichkeit erkundigt, einen Stand zu mieten», bestätigt der Basler SVP-Grossrat Alexander Gröflin auf Anfrage.

Bei der Messe Basel hat die Anfrage der SVP offene Türen eingerannt. «Wir wollen den Besuchern eine breite Palette an Dienstleistungen, aber auch an Meinungen bieten», sagt der Muba-Kommunikationsleiter Simon Dürrenberger. Der Fairness halber wurden auch die anderen Parteien angefragt. Angemeldet haben sich neben der SVP, bereits die SP und die BDP.

Vier grosse Parteistände vorgesehen

Es sind insgesamt vier gleich grosse Parteistände im Bereich der Medienplattform vorgesehen. Sollten aber plötzlich mehr Parteien das Bedürfnis verspüren, sich an der Muba zu präsentieren, sei das kein Problem, versichert Dürrenberger. Geplant ist, dass die anwesenden Medien Diskussionsrunden mit den einzelnen Parteiexponenten organisieren.

Seitens der SVP werden die Nordwestschweizer Kantonalparteien, wobei die Solothurner Sektion nur am Rande beteiligt ist, vertreten sein. Federführend ist Alexander Gröflin. Ganz neu ist die Idee eines SVP-Standes an einer Messe aber nicht. Im Jahr 2007 war die Partei bereits an der Luga, der Zentralschweizer Erlebnismesse in Luzern, erfolgreich präsent. Was die Innerschweizer können, können wir auch, haben sich die Basler gedacht und das Projekt initiiert.

Der Stand soll – ganz nach SVP-Manier – auffallen. Das Motto: Swissness. «Überall an der Wand sollen Schweizer Kreuze hängen – wir wollen nichts EU-freundliches», erzählt Gröflin. Ein Glücksrad mit Sofortgewinnen soll helfen, die Besucher anzuziehen.

Auch Stargäste wie Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, und vielleicht auch alt Bundesrat Christoph Blocher dürfen nicht fehlen. Erwartet werden ausserdem zahlreiche Nationalräte und kantonale Mandatsträger. Der Stand soll unter anderem dazu genutzt werden, Unterschriften für die Initiativen zu sammeln. Wie viel der ganze Spass kosten soll, wollte der junge Basler Grossrat nicht verraten. Nur so viel: «Es ist eine teure Angelegenheit, aber wir haben die finanzielle Unterstützung unserer Mutterpartei zugesichert bekommen.»

Bescheidener Auftritt der SP

Viel bescheidener wird der Auftritt der SP sein. «Bei uns steht nicht der Stand im Zentrum, sondern Voten und Köpfe», betont der Basler SP-Präsident Martin Lüchinger. Die Sektion Basel plant einen gemeinsamen Auftritt mit ihrer Baselbieter Partnerin und darf auf die Unterstützung der Mutterpartei zählen.

Die Baselbieter SP möchte die Gelegenheit nutzen, um die beiden Regierungsratskandidaten Urs Wüthrich und Pia Fankhauser zu portieren. Ansonsten geht es den Sozialdemokraten aber vor allem darum, die nationalen Themen wie die Waffeninitiative oder die Mindestlöhne voranzutreiben.

Bei der BDP trägt die Hauptpartei die Verantwortung und auch die Kosten. Darüber ist der Baselbieter Kantonalpräsident Dieter Widmer nicht unglücklich: «Als sehr junge Partei hätten wir uns den Auftritt alleine nicht leisten können.»

Noch offen ist die Muba-Teilnahme der CVP. Die Sektionen beider Basel seien sehr von der Idee angetan, doch müsste noch die Finanzierung geklärt werden, so die Baselbieter Parteipräsidentin Sabrina Mohn. Abgesagt haben hingegen FDP und Grüne. «Wir konzentrieren unsere personellen und finanziellen Ressourcen lieber auf den Wahlkampf», argumentieren der Baselbieter FDP-Präsident Michael Herrmann und sein Grüner Kollege Philipp Schoch.